von Elena Sczepannek

Exkursion zum Regenbogenfluss Cano Cristales - Reisebericht

Entdecke die Schönheit von Caño Cristales: Ein Naturwunder in Kolumbien

Rote Pflanzen schimmern im Wasser des Caño Cristales im Macarena Nationalpark

Entdecke die Schönheit von Kolumbiens Naturjuwel

Kolumbien, ein Land voller atemberaubender Landschaften und reicher Biodiversität, beherbergt eines der faszinierendsten Naturwunder der Welt - den Caño Cristales.

Dieser Fluss, auch bekannt als "der flüssige Regenbogen" oder "der schönste Fluss der Welt", liegt im Herzen des Nationalparks Serranía de la Macarena und ist berühmt für seine lebendigen Farben und seine einzigartige Flora und Fauna. Dieser einzigartige Fluss ist nicht nur für seine lebendigen Farben und atemberaubende Landschaft bekannt, sondern auch für sein Engagement für nachhaltigen Tourismus.

Im Herbst 2023 hatte ich die Möglichkeit im Rahmen der Gruppenreise „Kolumbien & Ecuador“ die Region zu bereisen und mir selbst ein Bild zu machen.

Da ich bei meinen Reisen schon den ein oder anderen „Instagram-Spot“ gesehen habe und das oft die Erwartungen eher enttäuscht hat, war ich umso begeisterter von diesem Gebiet.

Auch wenn die Farben bei den anfangs eher bewölkten Tagen nicht so intensiv war, hat es dennoch meine Erwartungen übertroffen. Ich konnte mir vorher nicht vorstellen, dass es mehr als nur 1-2 spannende Spots sind, sondern dass auch neben dem Canyon die Landschaft so wunderschön und vielfältig ist.

Es gibt nicht nur einen Spot mit den Pflanzen, sondern mehrere Nebenarme. Auf dem Guyana Schild gelegen treffen sich hier Regenwald und Savanne in einem wunderschönen Mix, der scheinbar schon vor tausenden von Jahren Menschen angezogen hat. Hier finden sich alte Felsmalereien, deren Alter bisher nicht einmal endgültig geschätzt wurde.

Die Entstehung der Färbung des Flusses

Diese oft rosa erscheinende, endemische Pflanze ist für das Farbenspiel am Caño Cristales zwischen Juli und November verantwortlich

Die ungewöhnliche Färbung des Caño Cristales ist auf eine einzigartige Kombination von Faktoren zurückzuführen. Während des Großteils des Jahres erscheint der Fluss wie jeder andere, aber zwischen Juli und November verwandelt er sich in ein wahres Farbspektakel. Dieses Phänomen wird durch die endemische Wasserpflanze „Macarenia clavigera“ verursacht, die bei bestimmten Lichtverhältnissen blüht und dem Wasser intensive Rottöne, Gelbtöne, Grüntöne und Blautöne verleiht. Diese Algen gedeihen nur in sauberem und klarem Wasser, was die Reinheit des Ökosystems um Caño Cristales unterstreicht.

 

Einige unserer Teilnehmer hatten sich genau deshalb für die Reise entschieden und ich persönlich war bei meiner vorigen Kolumbien Reise auch etwas enttäuscht, dass ich leider nicht in den Macarena Nationalpark kam, weil der Reisezeitraum nicht gepasst hat. Dafür hatte ich Zeit die Bergwelt im Osten zu entdecken, was auch ein wunderschöner Verlauf war (wie in unserer Reise „Kolumbien Trekking“).

20 Tage Trekking-Reise Kolumbien: Von den Anden zur Karibik
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21 Tage Expedition und Naturerlebnis Südamerika: Serranía de la Macarena NP, Cano Cristales, Vulkane und Kayakexpedition im Amazonas
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Pictogramm für Expeditionen und Trekkingtouren bei Wigwam
Kolumbien Naturreise: Bogota – San Agustin – Popayan - Tierradentro – Kaffee – Cartagena
ab € 3.500,-

Beste Reisezeit für den Caño Cristales

Die beste Zeit, um Caño Cristales zu besuchen und sein farbenfrohes Spektakel zu erleben, liegt zwischen Juli und November. Während dieser Monate blühen die Algen im Fluss und verwandeln ihn in ein wahres Farbenmeer. Außerhalb dieses Zeitraums, insbesondere während der Trocken- und der Regenzeit, ist der Fluss entweder zu trocken oder zu trüb, und die einzigartigen Farben sind nicht sichtbar. Es ist wichtig zu beachten, dass der Nationalpark während der Regenzeit im Frühjahr geschlossen ist, um die empfindliche Umgebung zu schützen.

Pink schimmernde Pflanzen im Wasser geben dem Fluss eine besondere Färbung

Flora und Fauna im Nationalpark

Der Nationalpark Serranía de la Macarena ist einer der ältesten des Landes und beheimatet eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten, die an die besonderen Lebensbedingungen des Ökosystems angepasst sind. Zu den bemerkenswerten Pflanzen neben der „Macarenia clavigera“ zählen Orchideen, Bromelien und Moosarten, die die Felsen entlang des Flusses schmücken. In Bezug auf die Fauna können Besucher verschiedene Vogelarten wie Hoatzine, Papageien und Eisvögel beobachten sowie seltene Reptilien wie Anakondas und Wasserschildkröten entdecken.

Nachhaltiger Tourismus im Macarena Nationalpark

Der Nationalpark Serranía de la Macarena und die umliegenden Gemeinden haben sich verpflichtet, den Schutz und die Erhaltung des Ökosystems von Caño Cristales zu gewährleisten. Durch Maßnahmen wie Abfallmanagement, Umweltbildung und ökologische Sensibilisierung wird sichergestellt, dass der Tourismus minimalen Einfluss auf die natürliche Umgebung hat. Besucher werden ermutigt, verantwortungsbewusst zu handeln und die Schönheit des Ortes zu respektieren.

 

Das war uns bei WIGWAM bei der Auswahl der lokalen Partner auch wichtig und vor Ort wird wirklich ein Community Tourismus gelebt, von dem möglichst viele der Einwohner profitieren sollen.

So sind alle offiziellen Guides der Region auch aus der Region und werden dort aus- und weitergebildet. Sie zeigen und erklären uns ihre Heimat, ein echter Schatz. Ebenso werden wir im Ort in einem kleinen Hotel untergebracht, das lokal verwaltet wird. Die Mahlzeiten bekommen wir nicht im Hotel, wie üblich, sondern ein paar Häuser weiter. Das ist auch wieder aus dem Gemeinschaftsgedanken heraus, dass die Besucher gemeinsam versorgt werden sollen, so werden jeden Tag die Gerichte für alle Touristen dort gekocht und ausgegeben – eine Einkommensmöglichkeit für die Damen in der Küche und an der Theke. Alle paar Tage gibt es auch einen Gemeinschaftsabend, zu dem alle Besucher eingeladen sind. Bei Musik und Tanz erfahren wir dort viel zu dem Projekt und den Gebräuchen.

Was mir ebenso imponiert hat: die Region lässt keine ausländischen Investoren ins Gebiet um größere Hotelanlagen zu installieren. Sie wollen sich den nachhaltigen Ansatz bewahren und aus der Gemeinschaft heraus alles für den Tourismus anbieten und das Geld zurück in die Kommune stecken, damit langfristig alle Anwohner davon profitieren.

Als Gast bemerkt man diese Bemühungen und kann sie gut nachvollziehen – und dadurch dann das ein oder andere mal ein Auge zudrücken, wenn es nicht ganz nach Plan verläuft.

Während unserer Expedition sind wir viel zu Fuß und mit dem Boot unterwegs

Anreise zum Caño Cristales

Die Kleingruppe fliegt in einer kleinen Maschine ins entlegene La Macarena in Kolumbien

Die Anreise erfolgt in der Regel mit dem Flugzeug von Bogotá aus, wobei es in der Saison mehrmals die Woche Verbindungen gibt. Die Anreise mit dem Auto wird nicht empfohlen, einerseits aufgrund von unsicheren Straßenzuständen und auch aus Sicherheitsgründen.

Im umliegenden Gebiet sind militärische Einheiten immer noch durchgängig präsent, man kommt deshalb nur mit geführten Touren zum Caño Cristales.

 

Aber was haben wir in den Tagen denn alles so erlebt?

Reisebericht Caño Cristales

 

 

Tag 1 – Flug nach La Macarena, Wanderung und Tanzabend

Nachdem die Flugpläne diesen Sommer so viel hin und her geändert wurden, haben wir uns diesmal ausnahmsweise für einen Charterflug entschieden. Also setzt uns unser Fahrer morgens am privaten Terminal des Flughafens Bogota ab und nach einem kleinen Kaffee starten wir in unser Abenteuer zum „flüssigen Regenbogen“. Dort angekommen holen uns unsere zwei lokalen Guides am Flughafen ab und wir deponieren unser Gepäck in unserem einfachen Hotel direkt am Hauptplatz von La Macarena.

Hier sind die Wege sehr kurz und zum Bootsanleger können wir gut laufen. Unser Abenteuer beginnt bei ca. 30°C, da tut die kühle Brise an Board gut. Und die ersten Vögel lassen nicht lange auf sich warten. Wir sehen unterwegs Hoatzine, Eisvögel, Leguane und Äffchen. An einem kleinen Anleger steigen wir aus und gehen bis zu einer Hütte – Ausgangspunkt für einige Wanderungen in der Gegend. Aber zuerst wartet noch unser Mittagessen auf uns: in Bananenblättern eingewickelter Reis mit Ei, Rindfleisch und etwas Gemüse – plastikfrei verpackt und immer noch leicht warm.

Anschließend folgt der Aufstieg zum Aussichtspunkt, was bei der Hitze ein wenig anstrengender ist als in milderem Klima, aber die Aussicht belohnt den Schweiß. Unterwegs machen wir Rast an den Felszeichnungen. Man schätzt sie auf mehrere Tausend Jahre, aber wirklich gut erforscht sind sie noch nicht. Weiter östlich in der Cordillera la Lindosa sind sie noch zahlreicher und sollen bis zu 10.000 Jahre alt sein.

Aber wir konzentrieren uns erstmal auf die Gegenwart und kommen zum Caño Cristalito, einem Seitearm des Caño Cristales und damit zum ersten Mal zum „rosafarbenen“ Fluss. Leider ist es ziemlich bewölkt und der Effekt ist nicht ganz so stark, dennoch sind wir ganz fasziniert von den „Wölkchen“ unter Wasser.

Warm ist es nämlich trotzdem und so freut sich die Gruppe als es irgendwann heißt: „Hier darf man baden und wir haben ein wenig Zeit für eine Pause“ – also nichts wie rein in das klare und angenehme Wasser!

So weit sind wir jetzt gar nicht mehr weg von unserem Ausgangspunkt und nach einer kurzen Bootsfahrt sind wir wieder zurück im Dorf.

 

Hier steht abends noch der Begegnungsabend an. Allzu schicke Sachen haben die meisten natürlich nicht dabei, aber das macht nichts, denn es geht darum unsere Gastgeber kennen zu lernen.

Die starten den Abend mit einer Mahlzeit (die zugegebenermaßen einigen nicht so gut geschmeckt hat) und einem Bier (das den meisten schmeckt) mit Begleitung einer lokalen Musikgruppe. Für uns keine bekannten Radioklänge, aber sehr gut gespielt. Mit der Moderation eines Verantwortlichen folgen verschiedene Einlagen: Gesang und Tanz. Sie zeigen uns verschiede Varianten des Joropo Tanzes, den man hier (und auch im Llanos von Venezuela) tanzt.

Am Ende des Abends werden dann die Grundschritte noch langsam für alle gezeigt und wer sich von den Tänzern auffordern lässt, kann sich daran probieren. Keine Sorge, wenn man die Schrittfolge nicht ganz hinbekommt, ist das umso lustiger.

Tag 2 – Wanderungen entlang des Caño Cristales

Nach dem Frühstück machen wir uns wieder auf den Weg zum Fluss, heute geht es richtig in den Caño Cristales. In unseren Rucksäcken ist neben Wasser, Regenkleidung und der Verpflegung im Bananenblatt auch unsere Badekleidung – es soll einige schöne Stellen geben an denn wir ins Wasser dürfen!

Bevor wir den Eingang zum Nationalpark erreichen steht uns noch eine etwas holprige Fahrt in Jeeps bevor, auch das ist Teil des Abenteuers hier im Macarena Nationalpark. Unsere Guides erklären uns die heutige Route, die von der Nationalparkverwaltung festgelegt wird. Es wird sehr darauf geachtet, dass nur eine gewisse Anzahl an Gästen pro Tag in die Gebiete kommt, um das fragile Ökosystem nicht zu überlasten. Auch deshalb darf man nur vorangemeldet und mit Guide hier wandern.

Im Canyon gibt es nicht nur eine schöne Stelle, sondern einige Nebenarme des Flusses, die wir während unserer Wanderung erleben. Wir laufen entlang der Bäche und halten immer wieder an bei besonders schönen Stellen, damit wir alle Fotos machen können. Und Eckhard hat uns nicht zu viel versprochen, an einigen Stellen dürfen wir ins herrlich warme Wasser – eine willkommene Abwechslung an diesen heißen Tagen. So wandern wir entlang der Seitenarme durch das Gebiet und sehen die verschiedenen Farbspiele. Abends kommen wir gerade noch bei einsetzendem Regen zurück nach La Macarena. Aber schon kurz darauf sieht es besser aus und ein paar setzen sich noch gemeinsam in die Kneipe ein paar Häuser weiter – die hier verbreiteten Micheladas (Bier mit Limette, tropischen Früchten, eventuell etwas Sirup und vor Allem Salzrand) sind vielleicht nicht jedermanns Fall, aber Erfahrung!

Tag 3 – Cañon de Piedras

Der Tag beginnt heute früh für uns: Wir fahren etwas außerhalb des Ortes um hier auf dem Dach eines kleinen Hotels den Sonnenaufgang zu bestaunen. Oben erwarten uns Kaffee und Tee und so sehen wir langsam, wie der Nebel sich lichtet und der Himmel sich rosa und orange verfärbt, bis die Sonne herausspitz und alles in Licht badet. Im ersten Stock wartet dann das Frühstück schon auf uns. Uns erwartet vor unserem Rückflug noch eine kleine Wanderung zum Cañon de Piedras ganz in der Nähe. Hier gibt es auch einen kleinen Kiosk, dessen Betreiberin auch als Tierauffangstation der Gemeinde bekannt ist – so wohnen hier dauerhaft zwei Scharlacharas und einige Pfaue. Aktuell pflegt sie einen kleinen Sittich gesund. Wir aber natürlich hier um nochmal den Canyon zu genießen. Ein paar von uns springen nochmal rein und genießen die Kühle, während der Rest eine kleine Wanderung entlang des Wassers unternimmt. Hier sehen wir ganz nah die grünen „Macarenia clavigera“, die wir gestern kaum gesehen hatten. Zurück im Dorf geht es gleich zum Flughafen, denn unser Charter ist bestellt. Nur als wir dort ankommen ist von den Piloten leider keine Spur und auf Anrufe reagieren sie nicht. Nach einer Stunde tauchen sie dann auf und es kann losgehen – so ist das in Südamerika manchmal.

Wir blicken nochmal auf die Serrania de Macarena aus den Fenstern und fliegen zurück ins Hochland nach Bogota.

Kolumbien - immer eine Reise wert!

Nicht nur der Caño Cristales ist eines der Highlights von Kolumbien, sondern auch das Hochland, die Karibikküste oder das Amazonasbecken.

Wir bieten verschiedene Gruppenreisen dorthin an, aber stellen Ihnen gerne auch ein individuelles Angebot in Ihrer eigenen kleinen Gruppe ganz nach Ihren Wünschen zusammen. Kommen Sie gerne auf uns zu und wir beraten Sie!

 

19 Tage Trekking Reise Panama - Kolumbien: San Blas Inseln Segeltörn, Ciudad Perdida, Tayrona NP, Cartagena
ab € 5.380,-
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21 Tage Expedition und Naturerlebnis Südamerika: Serranía de la Macarena NP, Cano Cristales, Vulkane und Kayakexpedition im Amazonas
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Kolumbien Naturreise: Bogota – San Agustin – Popayan - Tierradentro – Kaffee – Cartagena
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