von Elena Sczepannek

Dschungelabenteuer bei den Waorani

Zu Gast beim Stamm der Waorani

Unsere Expedition „Kolumbien & Ecuador“ ist eine wirklich außergewöhnliche Reise. Wir bereisen nicht nur die versteckten Schätze der beiden Länder, sondern sind auch auf so vielseitige Art unterwegs wie bei wenigen anderen Touren in unserem Portfolio. Neben Wanderungen und Bustransport sind wir ebenso mit dem Boot, zu Pferde, mit dem Mountainbike und im Kayak unterwegs. All das zwischen den Anden und dem Amazonastiefland in Kolumbien und Ecuador, begleitet von unserem Südamerika-Experten Eckhard Fella, der die Reise nicht nur entworfen hat, sondern auch regelmäßig durchführt.

Eines der Highlights und großen Abenteuer der Reise ist die 4-tägige Exkursion in den Yasuni Nationalpark. Hier machen wir uns auf einem Nebenfluss mit den Kayaks auf in unser Camp für die nächsten Tage ins Land der Waorani. Wir campen auf dem Grundstück einer indigenen Familie, die uns nicht nur den Platz zur Verfügung stellen, sondern die uns in den nächsten Tagen auch ein wenig ihren Alltag zeigen wird.

Wer sind die Waorani?

Die Waorani, auch bekannt als Huaorani, sind ein indigenes Volk im ecuadorianischen Amazonasgebiet.

Sie sind bekannt für ihre traditionelle Lebensweise, die eng mit dem Regenwald verbunden ist. Die Waorani leben hauptsächlich von der Jagd, dem Fischfang und dem Sammeln von Früchten und Pflanzen. Sie sind geschickte Jäger und nutzen Blasrohre und Giftpfeile, um Wildtiere zu erlegen.

Sie haben eine lange Geschichte des Widerstands gegen Eindringlinge in ihr Territorium, insbesondere gegen Ölunternehmen und Missionare. In den 1950er Jahren begannen Ölgesellschaften mit der Erschließung des Regenwaldes, was zu Konflikten mit den Waorani führte.

In den folgenden Jahrzehnten kam es zu weiteren Auseinandersetzungen und Verlusten für die Waorani, aber auch zu Bemühungen um den Schutz ihres Territoriums und ihrer Kultur. Trotz dieser Veränderungen versuchen einige Waorani, ihre kulturelle Identität zu bewahren und weiterhin im Einklang mit der Natur zu leben, dazu gehört unter Anderem die Erhaltung Ihrer Sprache „Wao Terero“, auch wenn einige heute Spanisch und Kichwa sprechen.

Heute gehören etwa 3.000 Personen zu den Waorani, die in einem schwer zugänglichen Gebiet leben. Es gibt hier Gemeinschaften, die sich gegenüber der Zivilisation öffnen, aber auch Stämme, die sich noch weiter in den Dschungel zurückgezogen haben und jeglichen Kontakt meiden.

Ein Waorani kocht Curare Gift für die Jagd mit dem Blasrohr

Gaba und seine Familie

Wir übernachten während der Reise drei Nächte auf dem Gelände von Gaba und seiner Familie. Insgesamt leben hier 16 Personen in verschiedenen Hütten. Sein Bruder ist Stammesältester und lebt noch ein Stück weiter den Fluss hinab. Wie alt Gaba genau ist, weiß niemand so genau, er war ein Kind, als die ersten Aufzeichnungen von den Waorani Ende der 50er Jahre gemacht wurden, man schätzt ihn in seinen 70ern. Sie sind immer noch weitestgehend Selbstversorger, weder mit fließendem Wasser noch Strom. Alles was sie benötigen finden Sie im Regenwald. Gaba ist traditionell für die Jagd und Versorgung zuständig während Memote, seine Frau, sich um die Zubereitung und Handarbeiten kümmert.

Die nächsten Generationen sind dagegen schon „moderner“ unterwegs, sie sprechen fließend Spanisch, haben eine Schulausbildung absolviert und tragen westliche Kleidung. Wir treffen beispielsweise die Enkelin von Gaba, die gerade ein paar Tage von der Mädchenschule in der Stadt zu Hause ist, „weil sie ihre Mama so vermisst hat“.

Teil der Kultur der Waorani ist die Zubereitung von Chicha, aus Maniok gewonnenem Brei

Community Tourismus bei den Waorani

Die Möglichkeit bei ihnen zu übernachten kam über Christian, Chef unseres lokalen Teams, die wir an der Anlegestelle treffen. Er ist nicht nur begeisterter Mountainbiker, sondern auch fasziniert von den Schätzen des Dschungels und dem Leben vor Ort. Er hat die ersten Kontakte geknüpft und bei Gabas Familie insgesamt einige Monate verbracht, um die Lebensweise kennen zu lernen und ganz einzutauchen. In dieser Zeit entstand die Idee mit Tourismus ein Zubrot zu verdienen. So kamen die ersten Touristen vor ein paar Jahren und schliefen in Zelten neben den Hütten, zwischenzeitlich gibt es eine separate Lichtung mit einfachen Hütten und sogar seit Kurzem Betten und ein Klohäuschen (mit Regentonne). Was uns bei der Zusammenarbeit mit Christian gut gefällt ist nicht nur seine Zuverlässigkeit, sondern vor Allem auch die Art, wie er den Tourismus nachhaltig prägen möchte. Er achtet darauf, dass die Menschen im Vordergrund stehen und arbeitet nur mit kleinen Gruppen, die er gut brieft. Sanfter Tourismus mit wenigen Besuchen im Jahr soll helfen, dass die Familie zwar immer wieder Einkommen generiert, aber dennoch viel „ungestörte“ Zeit hat und auch nicht vom Tourismus abhängig ist.

Sein Team besteht Großteils aus Ortsansässigen und auch die jüngere Generation von Gabas Familie ist als Bootsführer bei uns dabei.

 

21 Tage Expedition und Naturerlebnis Südamerika: Serranía de la Macarena NP, Cano Cristales, Vulkane und Kayakexpedition im Amazonas
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Was wir während der Tage im Yasuni Nationalpark erlebt haben, können Sie im Blogbeitrag zum Yasuni Nationalpark lesen.

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Elena Sczepannek