von Elena Sczepannek
Ein Tag am Pia-Gletscher – Mein Highlight auf der Australis-Kreuzfahrt durch Patagonien
Im März 2025 durfte ich mit der Ventus Australis die Route „Fjorde des Feuerlandes“ von Punta Arenas nach Ushuaia erleben – fünf Tage fernab der Welt, offline, tief in Patagoniens Fjordlandschaft. Jeder Tag hatte seinen eigenen Zauber, aber Tag 3, der Ausflug zum Pia-Gletscher, ist mir besonders im Gedächtnis geblieben.
Frühstück mit Ausblick und einem perfekten Kellner
Der Tag beginnt wie immer mit einem reich gedeckten Frühstücksbuffet – frisches Obst, warme Speisen, Gebäck, wechselnde kleine Überraschungen. Guillermo, unser Kellner, weiß längst, dass ich zur zweiten Tasse Kaffee selten Nein sage. Mit seiner charmanten Art liest er uns beinahe jeden Wunsch von den Augen ab – selbst meinen Seafood-Verzicht bei Mittag- und Abendessen hat er sich nach zwei Tagen gemerkt.



Besuch auf der Brücke: Navigation hautnah erleben
Da wir vormittags noch weiter durch den Beagle-Kanal kreuzen, steht ein Besuch auf der Brücke an. Unsere deutschsprachige Gruppe – etwa zwanzig Gäste – wird von Reiseleiterin Valentina begleitet. Wir dürfen Fragen stellen, auf Seekarten schauen und zusehen, wie der diensthabende Offizier noch immer per Hand die Koordinaten überprüft. Das Gefühl, so nah an der Navigation dieser Reise zu sein, ist fast ehrfürchtig – obwohl wir schon die fünfte Gruppe des Tages sind, nimmt sich die Crew Zeit.
Ankunft am Pia-Gletscher – Naturwunder im Beagle-Kanal
Gegen Mittag rückt er näher: der Pia-Gletscher. Er schiebt sich von der Gebirgskette bis ins Meer, riesig, mächtig, eisblau – und doch so still. Die Wasseroberfläche ist türkisgrün, gesprenkelt mit kleinen Eisschollen. Ich stehe oben in der Darwin Lounge, wechsle zwischen staunendem Blick und Kamera, und kann mich kaum losreißen.
Zodiac-Abenteuer und Gletscherblick zum Verlieben
Nach dem Mittagessen geht’s hinaus. Wir treffen uns in Wanderschuhen und Schwimmwesten, steigen hinab zu den Zodiacs, die uns auf eine vorgelagerte Halbinsel bringen. Unsere Gruppe wählt die mittelschwere Wanderung – Valentina ist wieder mit dabei. Der Aufstieg ist moderat, der Blick von oben spektakulär. Die Sonne bricht durch die Wolken, der Gletscher zeigt sich in seiner vollen Pracht. Es ist einer dieser seltenen Momente, in denen alles passt.
Nebenan, in der Bucht, liegt plötzlich die Stella Australis, das Schwesterschiff. Für einen kurzen Moment begegnen sich die beiden – fast wie zwei alte Freunde, die sich mitten im Nirgendwo zufällig wiedersehen.
Glacier Alley: Kulinarische Weltreise zwischen Eiswänden
Zurück an Bord wartet heiße Schokolade – auf Wunsch mit einem Schuss Whiskey. Obwohl es gar nicht so kalt ist, schmeckt sie nach Abenteuer. Am Nachmittag gleitet das Schiff durch die berühmte Glacier Alley – ein Panorama aus Gletschern, benannt nach Ländern. Und Australis macht daraus ein kleines Fest: zu jedem Gletscher gibt’s passende Snacks und Getränke. Italienischer Gletscher? Pizza und Rotwein. Französischer? Käseplatte und Sekt. Deutscher? Natürlich Würstchen und Bier.
In der Lounge ist es voll, lebendig, fast ausgelassen. Wir spielen Karten, lachen, gehen immer wieder hinaus auf Deck, um Gletscher zu fotografieren, die Namen wie Romanche, Alemania oder Francia tragen. Irgendwann bleibt das Kartenspiel einfach liegen – es gibt zu viel zu sehen.
Abends in der Darwin Lounge: Geschichten, Drinks und Vorfreude
Abends sitzen wir wieder zusammen, bei einem langen, gemütlichen Dinner. Später, in der Bar der Darwin Lounge, stoßen wir an. Auf das Eis. Auf den Süden. Und darauf, dass das Wetter morgen mitspielt. Denn mit etwas Glück steht uns die Anlandung am sagenumwobenen Kap Hoorn bevor.
Mein persönliches Fazit
Manchmal sind es nicht die großen Abenteuer, sondern die stillen, glitzernden Momente zwischen Gletschern und Gesprächen, die eine Reise unvergesslich machen. Mein Tag am Pia-Gletscher war genau so einer – und vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, selbst Kurs aufs Ende der Welt zu setzen.
Bei Fragen und für die Reiseplanung sind wir gerne für Sie da!







