von Susanne Siegel
Victoria Wasserfälle: Weltnaturerbe der UNESCO
Die Victoriafälle, eines der beeindruckendsten Naturwunder der Erde, sind nicht nur ein atemberaubendes Schauspiel, sondern auch ein wertvolles Erbe der Menschheit.
Als UNESCO-Weltnaturerbe zählen sie zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Afrikas und sind ein Symbol für den Naturschutz und das kulturelle Erbe.
Jährlich ziehen sie Hunderttausende Besucher an, die die gewaltige Kraft und Schönheit der Natur aus nächster Nähe erleben möchten. Gleichzeitig ist der Schutz dieser einzigartigen Landschaft und ihrer ökologischen Vielfalt entscheidend, um sie für kommende Generationen zu bewahren.
Der donnernde Rauch - Mosi-oa-Tunya
Der Name „Mosi-oa-Tunya“, was in der Sprache der Lozi „donnernder Rauch“ bedeutet, beschreibt das beeindruckende Naturphänomen der Victoriafälle treffend. Wenn das Wasser des Zambezi-Flusses über den 108 Meter hohen Abgrund stürzt, entsteht eine massive Gischtwolke, die wie Rauch in den Himmel aufsteigt und weit sichtbar ist. Das ohrenbetäubende Geräusch des herabstürzenden Wassers erinnert an Donnergrollen und ist ein weiteres Charakteristikum, das diesem Naturwunder seinen Namen gibt.
Lage und Größe
Die Victoriafälle liegen an der Grenze zwischen Simbabwe und Sambia und erstrecken sich entlang des Zambezi-Flusses, etwa 1.600 Kilometer nordwestlich von Johannesburg und in der Nähe der Stadt Livingstone.
Mit einer Breite von etwa 1.700 Metern und einer Fallhöhe von bis zu 108 Metern sind sie eine der größten zusammenhängenden Wasserfallfronten weltweit. Besonders in der Regenzeit ist das Schauspiel überwältigend, wenn die Gischt eine fast durchgehende Wand bildet, die weithin sichtbar ist.



Einzigartige Besonderheiten
Die Victoriafälle bieten weit mehr als ihre beeindruckende Größe. Ihre besonderen Merkmale machen sie zu einem einzigartigen Naturphänomen:
- Gischtwolke: Besonders in der Regenzeit ist der „donnernde Rauch“ ein faszinierendes Schauspiel, das die ganze Umgebung in Nebel hüllt.
- Donnerndes Geräusch: Das tosende Wasser ist kilometerweit hörbar und unterstreicht die gewaltige Kraft der Natur.
- Regenbögen und Mondregenbögen: Bei Sonnenschein entstehen leuchtende Regenbögen über der Gischt. In mondhellen Nächten kann ein seltener silberner „Mondregenbogen“ beobachtet werden.
- Jahreszeitliche Schwankungen: Während der Regenzeit beeindruckt der Wasserfall durch seine enorme Breite und Wassermenge, während in der Trockenzeit Felsen sichtbar werden, die sonst vom Wasser verdeckt sind.
- Geologische Besonderheiten: Die Victoriafälle entstanden durch tektonische Bewegungen vor etwa 100 Millionen Jahren und haben eine einzigartige Zickzack-Form mit stufenartigen Kaskaden.
Geschichte der Victoria Wasserfälle
Die Victoriafälle sind nicht nur ein beeindruckendes Naturwunder, sondern auch ein Ort mit einer reichen Geschichte, die von einheimischen Kulturen und der europäischen Entdeckung geprägt ist. Bereits vor ihrer Bekanntheit im Westen hatten die einheimischen Völker wie die Lozi und Kololo die Fälle als „Mosi-oa-Tunya“ („donnernder Rauch“) bezeichnet und sie als heiligen Ort verehrt. Sie betrachteten die Fälle als Wohnort der Ahnengeister und führten dort spirituelle Rituale durch.
1855 dokumentierte der schottische Entdecker David Livingstone als erster Europäer die Fälle und benannte sie nach Königin Victoria. Seine Berichte brachten das Naturwunder in den Fokus der Weltöffentlichkeit, und bald wurde die Region von weiteren Expeditionen und schließlich Touristen erkundet. Der Bau der Victoria Falls Bridge im Jahr 1905 erleichterte den Zugang erheblich und machte die Fälle zu einem beliebten Reiseziel.
1989 wurden die Victoriafälle als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt, um ihre geologische, ökologische und kulturelle Bedeutung zu schützen.
Devil´s Pool der Victoriafälle
Der Devil’s Pool (Teufelsbecken) ist ein natürlicher Pool an den Victoriafällen, der auf der sambischen Seite des Wasserfalls liegt und aufgrund seiner atemberaubenden Lage und seines einzigartigen Erlebnisses eine der bekanntesten und aufregendsten Attraktionen für Abenteuerreisende darstellt. Der Pool befindet sich an der Spitze des Wasserfalls, nur wenige Meter von der Kante entfernt, und ermöglicht es Besuchern, ein unglaublich intensives Erlebnis zu haben, indem sie am Rand des Wasserfalls schwimmen – nur von einem natürlichen Felsenrand getrennt.
Die Legende des Devil’s Pool
Es gibt viele Mythen und Legenden rund um den Devil’s Pool. Einige Einheimische glauben, dass der Teufel selbst in diesem Becken wohnt, was zu seinem dramatischen Namen geführt haben könnte. Andere Geschichten erzählen von alten Ritualiten, die in der Nähe des Pools durchgeführt wurden. Der Name „Devil’s Pool“ mag dramatisch klingen, doch er bezieht sich vor allem auf das extreme Gefühl, das Besucher erleben, wenn sie sich direkt an der Kante des Wasserfalls aufhalten.


Victoria Falls Bridge: Atemberaubender Fernblick
Die Victoria Falls Bridge ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein atemberaubender Aussichtspunkt, der einen spektakulären Fernblick auf die Victoriafälle und das umgebende Zambezi-Tal bietet. Die 1905 fertiggestellte Brücke verbindet Simbabwe mit Sambia und überspannt den Zambezi-Fluss direkt oberhalb des Wasserfalls. Von der Brücke aus haben Besucher einen einzigartigen Panoramablick auf die tosenden Wasserfälle, die Gischtwolken und die beeindruckende Schlucht, in die das Wasser stürzt. Besonders bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang entfaltet sich ein magisches Farbenspiel, das die Brücke zu einem der beliebtesten Fotomotive und Aussichtspunkte in der Region macht. Wer den Nervenkitzel sucht, kann auch den „Bungee Jump“ von der Brücke wagen – ein aufregendes Abenteuer mit einem unvergleichlichen Blick auf den Wasserfall!
Beste Reisezeit für die Victoria Wasserfälle
Die beste Reisezeit für die Victoriafälle hängt stark davon ab, welche Art von Erlebnis Sie suchen, da sich die Bedingungen und der Wasserstand des Zambezi-Flusses je nach Jahreszeit deutlich verändern. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die ideale Reisezeit vor allem in der Trockenzeit liegt, wenn der Wasserfall besonders beeindruckend ist und man ihn aus nächster Nähe erleben kann. Hier sind die Details:
Trockenzeit (Mai bis Oktober)
Die Trockenzeit ist die beliebteste Reisezeit für die Victoriafälle. In dieser Periode ist der Wasserstand des Zambezi-Flusses deutlich niedriger, was es ermöglicht, das vollständige Ausmaß des Wasserfalls zu erleben, ohne von der Gischt vollständig verdeckt zu werden. Besonders Juli bis Oktober sind ideale Monate für den Besuch, da der Wasserfluss in dieser Zeit am niedrigsten ist und der Devil's Pool (Teufelsbecken) zugänglich wird. Während dieser Monate können Besucher an den Rand des Wasserfalls schwimmen und den faszinierenden Blick auf die Schlucht und das Zambezi-Tal genießen. Der Wasserfall ist immer noch gewaltig, aber die geringere Wassermenge sorgt für spektakuläre Fotomöglichkeiten und einen besseren Fernblick.
Regenzeit (November bis April)
In der Regenzeit (vor allem von Januar bis März) steigt der Wasserstand des Zambezi-Flusses erheblich, was die Victoriafälle zu einem noch beeindruckenderen Schauspiel macht. Die Fälle sind dann in voller Pracht zu sehen, mit gewaltigen Wassermengen, die sich über die Kante stürzen und gewaltige Gischtwolken erzeugen. Diese Zeit ist besonders eindrucksvoll für Besucher, die die rohe Kraft der Natur erleben möchten. Der Nebel, der von der Gischt aufsteigt, kann jedoch den Blick auf die Fälle erheblich einschränken. Auch die Zugangsmöglichkeiten zum Devil's Pool sind in dieser Zeit eingeschränkt, da die Strömung zu stark ist.








