von Susanne Siegel

Unsere WIGWAM Station in Tanzania

Unser Tanzania Experte Horst Bachmann im Gespräch

Tanzanisches Sprichwort:  Die Giraffe ist weise. Sie macht keinen Lärm und kann weit sehen.

Horst und Debbie Bachmann und leben seit 2005 in Tanzania. Seit dieser Zeit sind sie auch WIGWAM-Partner und unsere erste Adresse für Natur- & Expeditionsreisen  in das vielleicht schönste Land in Ostafrika. Unsere aktuellen Wigwamreisen wurden in enger Zusammenarbeit mit ihnen konzipiert.

 

Interview mit Horst Bachmann

Das wichtigste zuerst: Die aktuelle Situation & Sicherheit in Tanzania

WOM (= Wigwam Online Magazin): Die Pandemie hat die Reisemöglichkeiten auch in Deinem Land stark eingeschränkt. Wie ist die momentane Situation? Können wir wieder nach Tanzania reisen?

Horst: Gefühlt ist die Pandemie seit diesem Jahr Geschichte. Nach zwei wirklich schlimmen und ungewissen Jahren, ohne nennenswerte Einkünfte, geht es wieder bergauf.  Seit Januar 2022 sind viele Destinationen in Afrika nicht mehr als Hochrisikogebiete ausgewiesen, inklusive Tanzania. Wir haben das Gefühl, dass die Menschen wieder „mit den Füßen scharren“ und die Welt aufs Neue entdecken wollen.

WOM: Du empfindest das Leben dort als ziemlich sicher.  Magst Du drei Sätze zum Thema "Sicher reisen in Tanzania" sagen?

Horst: Ich fühle mich in Tanzania sehr sicher. Meine Kinder gehen zu Fuß zur Schule. Sie besuchen mich mit dem Fahrrad im Büro. In unserem Heimatdorf verschließt niemand die Tür, man kennt sich, ist höflich und hilfsbereit zueinander. Friedfertigkeit ist fast so etwas wie ein nationales Heiligtum. Tanzania ist eines der wenigen afrikanischen Länder ohne jegliche interne kriegerische Auseinandersetzungen seit der Unabhängigkeit in den 60er Jahren, und das trotz über 130 Ethnien mit einer Glaubensvielfalt von ca. 30 % Moslems und 50 % Christen, außerdem Hindus und Naturreligionen. Man akzeptiert den anderen wie er oder sie ist und versucht nicht, seine Meinungen und Überzeugungen anderen überzustülpen. Diese Charaktereigenschaft war auch in der Coronazeit gut erkennbar. Während in Europa zum Impfthema Freundeskreise und gar Familien auseinanderbrachen, ging hier einfach das Leben weiter. Corona war und ist ein recht untergeordnetes Thema im täglichen Miteinander.

 

Horst mit seiner Frau Debbie und den Kindern Aaron und Maria

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Tanzania ist mehr als eine Reise wert

WOM: Dich hat es 2004 nach Tanzania gezogen. Du hast dort Deine Familie und Dein Zuhause gefunden. Erzähl mal, was Dich so fasziniert hat, dass Du ausgerechnet nach Tanzania ausgewandert bist.

Horst: Meine Frau und ich wollten nur für ein Jahr nach Tanzania gehen. Unsere Tochter war damals noch nicht im Kindergarten und ein längerer Auslandsaufenthalt war dadurch recht einfach. Mir gefiel das Land und die herzlichen Menschen schon seit meinem ersten Besuch 1999.  Ich arbeitete damals als freiberuflicher Reiseleiter und „kletterte“ für verschiedene dt. Reiseveranstalter regelmäßig auf den Kilimanjaro. 2005 eröffnete sich dann die Möglichkeit, eine Lodge am Mount Meru zu übernehmen. Meine Frau und ich fassten unseren ganzen Mut zusammen und haben zugeschlagen. Kurz vorher hatte ich auch Wigwamgeschäftsführer Ulli Klose kennengelernt. Für ihn war ich dann ebenfalls als Reiseleiter unterwegs. Wir sind seitdem nicht nur geschäftlich sondern auch freundschaftlich eng verbunden.

WOM: Was vermisst Du aus Deutschland? Und was würdest Du niemals dagegen eintauschen?

Horst: Ich vermisse natürlich neben ein paar kulinarischen Leckereien einige Freunde aus meiner Jugendzeit und meine deutsche Familie.  Glücklicherweise  kann man sehr leicht nach Tanzania reisen. Es gibt keine nennenswerte Zeitdifferenz und gute Flugverbindungen. Wir bekommen deshalb auch viel Besuch und sind auch einmal im Jahr in Europa – das ist schön.

Diese genannten „Entbehrungen“ würde ich jedoch nicht für die individuelle Freiheit, die grandiosen Naturräume und das unkomplizierte Leben hier in Tanzania eintauschen wollen. Ich genieße es in unseren eigenen Camps nach dem Rechten zu sehen, mit Gästen über die Tierwelt und die einzigartige Natur zu philosophieren. Das ganzjährig schöne Wetter ist auch nett, spielt bei meiner Liebe zu Tanzania aber eher eine untergeordnete Rolle.

WOM: Du leitest zusammen mit Deiner Familie eine Lodge. Auch bei den Wigwam Reisen machen die Gäste dort Station. Was bedeutet "zuhause" für Dich?

Horst: Tatsächlich habe ich mehrere „Zuhause“. Wenn ich mit meinem Geschwistern spreche meine ich damit das kleine Dorf im Spessart, wo wir alle aufgewachsen sind. Für mich und besonders meine Kinder ist das Zuhause ganz klar Tanzania und unsere kleine African View Lodge am Mount Meru, die wir zusammen leiten und wo auch die allermeisten Wigwamgäste ihre ersten Tage verbringen. Zuhause ist also grundsätzlich kein Ort sondern eher ein Gefühl der Geborgenheit, das sich aus den Erfahrungen und den Menschen, die man um sich hat, speist.  

WOM: Gibt es ein regionales Lieblingsgericht aus Tanzania und können Deine Gäste dies irgendwo probieren?

Horst: Auf jeden Fall: Für mich gibt es nichts besseres als eine „Supu Mbuzi“ morgens um 10.00h. Nach dem Aufstehen reicht die Zeit meist nur für einen schnellen Kaffee, danach warten bereits die Gäste auf mich, Autos werden noch kurz durchgecheckt und Routen abgesprochen etc.. Wenn alle weg sind, gönne ich mir bei Mama Sofia nebenan die herzhafte Ziegenfleischsuppe, die, mit scharfen Chillischoten gewürzt, einfach nur göttlich schmeckt. Dazu wird normalerweise noch ein Chapati (indisches Fladenbrot) serviert - eine perfekte Kombination. Supu Mbuzi (oder auch Supu Kuku mit Hühnchen) gibt es morgens in jedem lokalen Restaurant.

WOM: In Deinem Unternehmen arbeiten viele einheimische Familien. Teilweise schon seit vielen Jahren. Die Pandemie führte ja zum gänzlichen Erliegen des Tourismus. Wie habt Ihr die Pandemie überstanden?

Horst: Zu Beginn der Pandemie hatten wir in unserem Unternehmen 120 Mitarbeiter. Da wir keinerlei Hilfe der Regierung erhalten haben, mussten wir ziemlich radikale Entscheidungen treffen damit unsere Firma diese ungewisse Zeit überstehen konnte.  So haben wir uns zum Beispiel von unserer gepachteten Lodge auf Zanzibar getrennt und unseren Personalstand um 70 % verringert. Um die entlassenen Mitarbeiter, die teilweise viele Jahre bei uns tätig waren, auch weiterhin zu unterstützen, hatten wir einen Food-Fond eingerichtet, den unsere Partner und  ehemalige Kunden immer wieder befüllt hatten. So konnten wir die Menschen, die vollkommen unverschuldet ihre Jobs verloren hatten, mit einigen essentiellen Dingen des täglichen Lebens weiter unterstützen. Mittlerweile haben wir die meisten Mitarbeiter wieder anstellen können. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle für alle die sich hier eingebracht haben – das war wirklich gelebte Nächstenliebe!

WOM: Auswandern ist ja nichts für Langweiler ;-) Horst, bist Du eigentlich ein abenteuerlicher Typ? Und was war Dein beeindruckendstes Erlebnis in Tanzania?

Horst: Ehrlich gesagt ist mein Leben gar nicht so spannend wie man sich das möglicherweise  von Europa aus betrachtet vorstellt. Viele Tage spielen sich in der Werkstatt oder im Büro ab, wo ich mich um einen möglichst reibungslosen Ablauf  bemühe. Spannend wird es aber tatsächlich, wenn uns die Naturphänomene heimsuchen. So hatten wir beispielsweise vor kurzem einen Wirbelsturm, der eines unserer Camps ziemlich in Mitleidenschaft gezogen hat. Zum Glück wurde niemand verletzt. Am meisten beeindruckt mich immer noch ein Flug mit meinem kleinen Ultraleichtflugzeug in die Serengeti,  den ich ein paar Mal im Jahr durchführe. Wenn ich sozusagen „auf Grzimeks Spuren“ die wilden Tiere Afrikas von oben betrachten darf, überkommt mich eine besondere Dankbarkeit, dies alles erleben zu dürfen.    

WOM: Hast Du denn noch Zeit, selber als Reiseleiter unterwegs zu sein?

Horst: Ja, meist bin ich dann unterwegs wenn unsere Partner, also Reiseveranstalter und Afrikaspezialisten wie Wigwam, mich besuchen und wir dann gemeinsam auch Routen für neue Reisen erkunden.  Ich leite aber auch ab und zu Safaris als Tourguide  – sozusagen „back to the roots“.

WOM: Wann sagt Horst "Das war ein großartiger Tag"?

Horst: Wenn ich einen ganzen Tag, ohne auf die Uhr schauen zu müssen, auf Safari sein kann, bin ich ein glücklicher Mensch.  Großartig ist ein Tag, wenn ich mir auf Safari etwas Außergewöhnliches wünsche, z.B. die Flussüberquerung einer Gnuherde, und dies dann auch noch in Erfüllung geht. Natur- und Tierfilmer/ Fotografen müssen eine unglaubliche Geduld aufbringen. Wenn wir aber eine sehr seltene Szene drehen oder fotografieren können, erfüllt uns dies mit einer unbeschreiblichen Zufriedenheit – einfach großartig!    

 

Danke Horst für das interessante Gespräch.

Lernen Sie Horst und sein Team persönlich kennen. In diesem Video bekommen Sie einen kleinen Einblick von der wunderschönen "African View Lodge" am Mount Meru in Tanzania.

Bei all unseren WIGWAM Reisen in Nordtanzania machen Sie direkt bei Debbie & Horst Station.

 

Tanzania für Kurzentschlossene

Wenn  Sie auch so eine Faszination für das Reiseland Tanzania empfinden wie Debbie und Horst, dann schauen Sie doch auf unserer Restplatzseite vorbei. Vielleicht findet sich hier die ein oder andere Reise nach Tanzania, die kurz vor der Durchführung steht  und noch Plätze frei hat?

Und wenn nicht, dann kontaktieren Sie einfach unsere Afrika-Experten im Büro. Stefan und Thomas helfen Ihnen gerne weiter, um die für Sie passende Reise zu finden!

 

Beste Reisezeit in Tanzania

Horst Bachmann hat uns in einem anderen Blogartikel bereits alle Tipps und Infos zur besten Reisezeit in Tanzania verraten.

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