von Elena Sczepannek

Tagesausflug zu den Königspinguinen auf Feuerland

Ein ganz besonderer Ausflug in Patagonien

Eine Mischung aus ausgewachsenen Königspinguinen und Jungtieren leben dauerhaft in Patagonien

Zum Abschluss unserer Reise durch Patagonien im März 2025 hatte ich mir ein ganz besonderes Erlebnis vorgenommen: einen Tagesausflug zu den sagenumwobenen Königspinguinen auf Feuerland. Schon lange hatte ich davon geträumt, diese majestätischen Tiere einmal in freier Wildbahn zu sehen. An einem frischen Morgen in Punta Arenas ging es los. Noch war der Himmel grau und die Straßen still, als wir uns gegen sieben Uhr in den Bus setzten. Vor uns lagen rund 14 bis 15 Stunden voller Geschichten, Weite und tierischer Begegnungen.

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Verlassene Hacienda und erste Eindrücke auf Feuerland

Unser erster Halt führte uns zu einer verlassenen Hacienda, die einst zu den ersten großen Schaffarmen der Region zählte. Heute wirkte sie wie ein Schauplatz aus einem vergessenen Film: Die Fenster waren eingeschlagen, ein alter Ofen rostete vor sich hin, und am nahen Strand lagen zwei verwitterte Schiffswracks halb im Sand versunken. Der Wind pfiff durch die leeren Räume, und ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie hier einst das Leben gebrummt haben musste. Schafe, Gauchos, das Tuckern alter Maschinen.

Überfahrt über die Magellanstraße mit Delfinbegegnung

Weiter ging es zur Magellanstraße, wo wir mit der Fähre nach Feuerland übersetzten. Die See war erstaunlich ruhig, und wir hatten Glück: Mehrmals tauchten kleine schwarz-weiße Commerson-Delfine neben dem Schiff auf. Sie sprangen verspielt durch die Wellen, als wollten sie uns willkommen heißen. Ich stand an der Reling, das Gesicht im Wind, und konnte kaum fassen, dass wir tatsächlich auf dem Weg nach Feuerland waren – diesem mythisch aufgeladenen Ende der Welt.

Feuerland und das Festland Patagoniens werden durch Fähren verbunden

Feuerlands Geschichte und Begegnungen mit Huanacos

Die Fahrt über die Insel war lang, aber nie langweilig. Unser Guide erzählte lebendig von der bewegten Geschichte Feuerlands, von der Aufteilung zwischen Chile und Argentinien, vom kurzen Öl-Boom im 20. Jahrhundert, der Spuren hinterließ, aber keine dauerhafte Blüte brachte. Links und rechts zogen weite Ebenen vorbei, durchzogen von niedrigen Büschen, und immer wieder erspähten wir Huanacos, die in kleinen Gruppen über die Zäune hüpften – erstaunlich elegant für so große Tiere.

Neugieriges Huanaco am Straßenrand

Besuch im "Parque Pingüino Rey": Schutzprojekt für Königspinguine

Und dann endlich: das Highlight des Tages. Wir erreichten den "Parque Pingüino Rey", ein privates Schutzprojekt, das sich ganz den Königspinguinen verschrieben hat. Vor einigen Jahren hatte sich eine kleine Kolonie in der geschützten Bucht angesiedelt, angezogen vielleicht von der Ruhe und dem nahrungsreichen Meer. Doch weil viele Touristen damals zu nah kamen und die Brutplätze störten, stagnierte das Wachstum. Heute dürfen Besucher nur noch bestimmte Bereiche betreten, ausgestattet mit Fernrohren und begleitet von stiller Ehrfurcht. Die Kolonie wächst seitdem stetig – 2025 zählte man etwa 130 Tiere.

Königspinguine in freier Wildbahn beobachten

Königspinguine sind beeindruckend. Fast einen Meter groß, mit ihren leuchtend gelben Flecken am Hals und dem eleganten schwarzen Gefieder wirken sie wie die Aristokraten unter den Pinguinen. Anders als ihre Verwandten in Höhlen oder unter Felsen, brüten sie in offenen Kolonien. Und obwohl sie so statuenhaft aussehen, sind sie alles andere als steif. Besonders ein paar Jungtiere in ihrem braunen, flauschigen Federkleid hatten es mir angetan. Noch etwas unbeholfen watschelten sie zwischen den Erwachsenen herum, eines wurde liebevoll von seiner Mutter umsorgt – eine Szene, die ich nicht so schnell vergessen werde.

Ein absolutes Highlight für die Beobachter auf den Naturreisen von WIGWAM Tours

Magische Momente an den Aussichtspunkten

Wir beobachteten die Tiere zunächst von einem hölzernen Unterstand aus. Der patagonische Wind zog durch die schmalen Spalten, trotz Dach und Wänden. Meine Hände wurden bald eiskalt, aber ich wollte keine Handschuhe tragen – zu unpraktisch für die Kamera. Also wechselte ich immer wieder zwischen Fotografieren und den Händen in den Jackentaschen. Es war ein stiller Moment, fast meditativ.

Am zweiten Aussichtspunkt – diesmal ganz im Freien, ohne jeden Windschutz – hatten wir die eindrucksvollste Begegnung des Tages: Drei Königspinguine kamen aus einer Senke und liefen neugierig bis auf wenige Meter an den Zaun heran. Sie neckten sich spielerisch, streckten sich, schüttelten ihre Gefieder. Manchmal sah es wirklich aus, als würden sie posieren. Ich knipste ein Foto nach dem anderen, aber irgendwann legte ich die Kamera beiseite und schaute einfach nur. Ganz da. Ganz gegenwärtig.

Kleines Naturkundemuseum und letzte Eindrücke in Porvenir

Zum Abschluss unseres Besuchs führte uns ein Mitarbeiter durch ein kleines Museum, nicht mehr als ein Raum, aber voller Funde: Knochen, Federn, Spuren der Tiere, die diese Region durchstreifen. Ein leiser, eindrucksvoller Abschluss.

In Porvenir machten wir noch Halt an einem Aussichtspunkt, der zugleich eine Gedenkstätte war – den Selk’nam gewidmet, der indigenen Bevölkerung Feuerlands. Ihre Kultur wurde im späten 19. Jahrhundert durch europäische Siedler nahezu ausgelöscht. Die wenigen Zeugnisse, die überdauert haben, erzählen von einem tiefen Wissen um Natur, Spiritualität und Zusammenleben. Es war ein stiller Ort, der zum Nachdenken einlud.

Rückfahrt nach Punta Arenas und Ausblick aufs nächste Abenteuer

Um acht Uhr abends legte die Fähre zurück nach Punta Arenas ab. Anfangs standen wir noch an Deck und sahen kurz einige Peale-Delfine, bevor der Wind auffrischte und Regen einsetzte. Bald flüchteten alle Passagiere in den Aufenthaltsraum. Gegen halb elf kamen wir müde, aber glücklich zurück in unsere Unterkunft. Und schon am nächsten Tag folgte das nächste Abenteuer: die Kreuzfahrt mit der Ventus Australis durch die Fjorde Patagoniens.

Hier geht es zu meinem Highlight der Kreuzfahrt.

Wann kommen Sie nach Patagonien?

Die Königspinguine von Feuerland sind das ganze Jahr über in der geschützten Bucht des Parque Pingüino Rey zu beobachten – ein Ort, an dem Natur in Ruhe gelassen und doch zugänglich gemacht wird. Wer also im Anschluss an eine WIGWAM Naturreise durch Patagonien noch einen Tag Zeit hat, dem sei dieser Ausflug ab Punta Arenas wärmstens empfohlen. Es lohnt sich – für Herz, Kamera und Erinnerung.

19 Tage Chile & Argentinien Reise mit Torres del Paine, Fitz Roy & Perito Moreno Gletscher
ab € 6.090,-
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Elena Sczepannek