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Nachhaltiger Tourismus: Wigwam Tours beim bbw international

Ein Filmprojekt des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft

Wigwam in Kooperation mit bbw international

Im Rahmen einer Vortragsreihe zu nachhaltigem Tourismus in Brasilien und weltweit besuchte ein Filmteam die Wigwam Zentrale im Allgäu. Daraus entstand ein Kurzfilm in Kooperation mit dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw international), bei dem Ulrich Klose und einige Mitarbeiter zum Thema „Nachhaltiger Tourismus bei geführten Naturreisen“ Einblicke geben, wie unsere Arbeit diesbezüglich die Länder vor Ort unterstützt, und welchen wichtigen Zusammenhang diese Art von Tourismus mit lokalem Natur- und Artenschutz hat.

Der Kurzfilm "Nachhaltiger Tourismus bei Wigwam"

Tier- und Artenschutz durch Tourismus

Ulrich Klose im Interview

„Ich bin Ulrich Klose, Gründer von der Firma Wigwam Naturreisen & Expeditionen, welche sich seit 1991 um einen Tourismus bemüht, der mehr als Oberfläche bedeuten soll, und zu einem Verständnis zwischen Völkern und Ländern beitragen soll. Und der zum Tier- und Artenschutz einen Beitrag leistet, indem man Reisen macht, die in den Wildnissen der Welt die Verbundenheit zwischen Menschen und Natur zeigen soll. Reisen mit Sinn – könnte man es vielleicht nennen - so dass man eine Lebensreise daraus machen kann und für viele Jahre oder auch überhaupt für die Einstellung in seinem Leben vielleicht einen kleinen Schub bekommen hat, über die Wichtigkeit unseres Globus. Dieses Gefühl zu haben, es gibt auch was anderes als Zivilisation auf unserer Welt. Die unmittelbare Erfahrung, sich mit den Elementen des Wetters und der Natur auseinander zu setzen, und diese Intensivität des Lebens zu spüren."

Die Motivation von Wigwam Tours

Weiter erklärt Herr Klose, dass die Gründung von Wigwam Tours in der Motivation lag und liegt, einen Tourismus in der Welt zu haben, der besonders auch den Stichpunkt Nachhaltigkeit berücksichtigt. Wigwam Tours kümmert sich seit 30 Jahren um einen Tourismus, der die Länder in verschiedenen Bereichen fördert, z.B. in den sozialen Bereichen, indem man auch Arbeitsplätze nachhaltig schafft. Natürlich, wie der Name „Naturreisen“ schon sagt, geht es natürlich auch sehr viel um die Natur in den Ländern. Es werden viele Nationalparks oder andere geschützte Naturgebiete bereist, um dort die Initiativen aktiv zu unterstützen.

Besondere Reisearten

Man kann bei Wigwam Tours auch Privatreisen von allerhöchstem Niveau buchen und sich organisieren lassen, genauso wie sie auch noch Zeltreisen buchen können, in dem sogenannten „100-Sterne-Hotel“, bei denen man sehr viel Draußen und unmittelbar mit der Natur verbunden ist.

Wie kommt nachhaltiger Tourismus konkret in den Ländern an?

„Wir haben schon immer einen Tourismus gemacht mit kleinen Gruppen von maximal 12 Reiseteilnehmern. Wir benutzen Unterkünfte, die in allergrößtem Maße von den Leuten vor Ort gemanagt und auch aufgebaut worden sind, damit die Gelder in dem Land dann auch bleiben“, unterstreicht Ulrich Klose ein weiteres Mal einen wichtigen Punkt in Bezug auf Nachhaltigkeit.

Die Folgen für den Tier- und Artenschutz, wenn der Tourismus wegfällt

Jeder Tourist, der in Afrika Nationalparks oder Schutzgebiete besucht, fördert den Erhalt dieser Gebiete und trägt somit zum Tier- und Artenschutz bei. Ohne Tourismus in Afrika gäbe es viele Naturgebiete und Nationalparks gar nicht, weil der Bevölkerungsdruck so groß wäre, und diese Gebiete immer mehr schrumpfen würden, da die Leute, die für den Schutz dieser Gebiete arbeiten und angestellt sind, keine Löhne mehr erhalten würden, die aus dem Tourismus kommen.

Seit über 25 Jahren eigene Stationen von ehemaligen Reiseleitern

Im Laufe der Betriebsjahre von Wigwam Tours hat es sich glücklicherweise so entwickelt, dass sich in mehreren Ländern Unterfirmen entwickelt haben. Diese sind von ehemaligen Reiseleitern, die in die Länder gezogen sind, entstanden. Und diese eigenen Firmen existieren tatsächlich mittlerweile zum Teil schon bis zu 25 Jahre in den einzelnen Ländern, mit eigenen Mitarbeitern und der hierzu nötigen Infrastruktur mit Fahrzeugen und der Ausrüstung, die man für die Reisen braucht.

Reiseteilnehmer starten Schulprojekt in Uganda

Ein weiteres sehr gutes Beispiel, was sich alles entwickeln kann, waren die Teilnehmer einer Reise nach Uganda, die sich im Nachklang der Reise zu einem Schulprojekt entschlossen haben, dies ins Leben zu rufen und zu fördern. So wurde auf einer Insel im Victoriasee in Uganda eine Schule erbaut, welche die ehemaligen Reiseteilnehmer initiiert haben. Und Wigwam Tours konnte sich durch die bereits vorhandene Firmenstruktur um die logistische Umsetzung kümmern.

KAZA - ein nachhaltiges und länderübergreifendes Projekt

Stefan Hüttinger, Afrikaspezialist bei Wigwam Tours, erläutert noch ein weiteres Projekt: „Zudem haben wir selber auch aus eigener Initiative einige Projekte in den Ländern umgesetzt, die uns selber am Herzen liegen. Im südlichen Afrika gibt es eine ganz große Kombination an Nationalparks, die KAZA Region. Das ist eine Region, die ist über 500 000 km², anderthalb mal so groß wie Deutschland. Dort wird versucht, Schutzgebiete in die Verwaltung der Communitys zu legen. Wo sich einfach länderübergreifend die Nationalparks zusammengeschlossen haben, versucht man, wieder Grenzen aufzumachen. Als Beispiel: die Elefanten können ihre alten Migrationszüge wieder aufrechterhalten. Ihr Wissen, zu welcher Jahreszeit wo Wasser ist, so würden sie sich eigentlich bewegen, ist ihnen genommen worden durch die Grenzen. Wir reden hier von Zimbabwe, Zambia, Namibia und Angola. Da kann man sich vorstellen, dass dies natürlich bürokratische Hürden hat und auch mit sich bringt, aber der Plan dahinter ist, dass sich die Tiere wieder frei bewegen können.“

Wigwam investiert in eine Behindertenschule in Chile

„Wir haben in Chile z.B. eine Behindertenschule aufgebaut“, beschreibt Elena Sczepannek, Südamerika-Spezialistin, ein weiteres Projekt. „Da ist Herr Klose einfach eingesprungen, als ein Sponsor abgesprungen ist. Die ganze Schule wurde mit unserem Geld aufgebaut, jetzt läuft sie eigenständig.“

Baumprojekt in Chile

Dann gibt es noch das Baumprojekt in Chile, bei dem endemische Bäume gepflanzt werden. Diese Stiftung hat es erreicht, dass der chilenische Staat für die Anpflanzung die Flächen zur Verfügung stellt, und zwar um bestehende Schutzgebiete herum, so dass sich diese Schutzgebiete quasi automatisch erweitern. Und für jeden Teilnehmer einer bestimmten Chile-Reise nimmt Wigwam Tours einen Betrag und unterstützt dieses Projekt.

Bereits in den 90er Jahren unterstütze Wigwam ein Projekt in Kamtschatka

In Kamtschatka hat Wigwam Tours außerdem eine Schule und ein Dorf der Ureinwohner, der Ewenen und Korjaken, unterstützt. Dort leiden die Kinder der Nomaden unter Ernährungsmangel. Ein Verein hat sich damals angenommen, um eine bessere Verpflegung zur Verfügung zu stellen. Wigwam hat über viele Jahre diesen Verein mit ca. 2/3 des gesamten Jahresetats des Vereins finanziell unterstützt, das war bereits in den 90er Jahren. In einer Gegend, von der kaum jemand etwas wusste, oder wo internationale Hilfsorganisationen noch gar nicht vor Ort waren.

Die Folgen der aktuellen Reisebeschränkungen

„Die Folgen der Reisebeschränkungen durch Corona erlebe ich persönlich an dem Land Zambia, weil ich selbst zwischen Zambia und Deutschland pendle, auch berufsmäßig. Und kann sehen, was jetzt nicht stattfindet, nachdem die Touristen fehlen“, beschreibt Ulrich Klose die aktuelle Situation.

Wenn der Tourismus ausbleibt

Der Tenor der Wigwam-Mitarbeiter lautet: „Tourismus schafft einfach alternative Einnahmequellen, die oftmals besser und langfristiger wirken. Dass die Leute vor Ort ein Auskommen haben, ein gutes oder besseres Leben haben. In der Zeit, in der wir hier miteinander sprechen, werden in den Naturschutzgebieten und in den Nationalparks sehr viele Tiere gewildert, erschossen, und das Fleisch an zahlungsfähige Leute verkauft, als sogenanntes „bush meat“. Damit die Leute irgendeine Einnahme haben. Also diese Zusammenhänge vom Tourismus müssen unbedingt beachtet werden in der ganzen Beurteilung von Verträglichkeit, Umweltschutz, Nachhaltigkeit.“

Die Wichtigkeit des internationalen Tourismus

Die Länder brauchen den Tourismus, die Tiere brauchen den Tourismus. Ohne Tourismus gibt es keinen Schutz von Nationalparks und Naturschutzgebieten. Die Einnahmequellen müssen erhalten bleiben. In manchen Ländern sind hohe Prozentsätze des Staatshaushalts vom Tourismus abhängig, z.B. in Tanzania, um die Nationalparks zu erhalten, die Schutzleute zu bezahlen etc. „Wir brauchen nach wie vor internationale Reisen oder interkontinentale Reise, für einen Tourismus, der die Nachhaltigkeit betont und auch zum Tier- und Artenschutz beiträgt“ so ein Appell von Herr Klose.

Wigwam Tours steht für „handmade und mit Herzblut“

„Das ist hier eine familiäre Geschichte, das ist halt noch so ein bisschen ein handmade/selfmade Tourismus, sehr viel wird noch mit Zettel und Bleistift geschrieben. Das macht so ein bisschen die Firma hier aus, dass man Herzblut mitbringt auch“ fasst Hendrik Lehmkuhl aus der Alaska-Abteilung die Arbeit von Wigwam zusammen. „Eine handgemachte Sache, würde ich es einfach mal nennen“ fügt Stefan Hüttinger hinzu.“ Wir kennen die meisten unserer Zielgebiete selber und können dadurch auch entsprechende Beratungsqualität anbieten.“

Die erste Projektreise von Ulrich Klose nach Tanzania

„Wenn ich mich erinnere, 1993 bei unserer ersten Projektreise in Tanzania, hab ich einmal in 3 Wochen nach Hause telefoniert“, erzählt Herr Klose schmunzelnd. „Dafür musste man noch 45 Minuten in der Telefonvermittlungszentrale warten, bis die ganzen Stecker verbunden wurden. Und das war´s innerhalb von 3 Wochen. Heute ist Tanzania überall mit Mobilfunk abgedeckt, aus dem letzten Winkel der Serengeti können organisatorische Sachen besprochen werden.“

Reisen ist auch gleichzeitig eine Verpflichtung zum Tier- und Artenschutz

„Dass man eben auch auf Handys oder sowas mal eine Zeitlang verzichtet, ist sicher für die Psyche und den Geist jedes Menschen zuträglich. Das Motto von Wigwam Tours heißt ja auch „die Wildnisse der Welt“, was natürlich auch zum einen ein erfüllendes Element ist, wenn man Reisen in die Wildnisse der Welt unternimmt. Teilweise tagelang außerhalb der Zivilisation unterwegs ist, und auf der anderen Seite auch eine Verpflichtung, sich um den Erhalt der Natur und der Tierwelt auch zu kümmern“, unmissverständliche und wichtige Worte zu dem Thema Nachhaltigkeit und Tourismus von Ulrich Klose, als Abschluss des Kurzfilmes mit eindrücklichen Tier- und Landschaftsbildern.

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WOM-Redakteur