von Christiane Heckenbach

Gorilla-Tracking in Uganda

Auf Augenhöhe mit den sanften Urwaldriesen

Uganda ist Heimat von etwa der Hälfte der weltweit verbliebenen Berggorilla-Population. Sie leben in den dichten, nebelverhangenen Wäldern des Bwindi Impenetrable Nationalparks und im Gebiet der Virunga Vulkane, zu denen der Mgahinga Gorilla Nationalpark gehört. Dieses Gebiet erstreckt sich über die Grenzen von Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo.

Es gibt mehrere habituierte Gorilla-Gruppen, das heißt, an die Anwesenheit von Menschen gewöhnte Gruppen. Die Habituierung dauert oft mehrere Jahre, in denen Forscher und Ranger regelmäßig Zeit mit den Gorillas verbringen, bis diese keine Bedrohung mehr in den Menschen sehen. Das ermöglicht Besuchern, die Gorillas aus nächster Nähe zu beobachten, ohne die Tiere zu stören. Derzeit gibt es im Bwindi Nationalpark etwa 20 habituierte Gruppen während es im Mgahinga Nationalpark nur eine gibt.

Der Lebensraum der Berggorillas befindet sich in Höhenlagen zwischen 2.200 und 4.300 Metern. Niederschlagsmengen von jährlich etwa 1.400 bis 1.900 mm begünstigen eine üppige, abwechslungsreiche Pflanzenwelt aus Bäumen, Bambus, Farnen und Sträuchern. Die dichte Vegetation bietet den Gorillas neben Schutz vor Raubtieren und Unterschlupf vor allem ein reiches Nahrungsangebot. Ein Großteil der Ernährung besteht aus Blättern, Stängeln und Trieben. Früchte kommen in den höheren Lagen nur selten vor, werden aber, wenn verfügbar, auch verzehrt. Wenn die bevorzugte Nahrung mal knapp ist, werden auch schon mal Wurzeln ausgegraben oder die Rinde von den Bäumen abgeschält. Ein ausgewachsener Gorilla nimmt täglich etwa 20 bis 30 Kilogramm Pflanzenmaterial zu sich.

Mit etwas Glück können wir die Berggorilla-Familien in den Ruwenzoris beobachten

Mit WIGWAM Reisen zu den Berggorillas von Uganda

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Beim Gorilla-Tracking in Uganda mit deutschsprachigen Guide kommen wir den Gorilla-Familien ganz nah
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Warum heißt es „Gorilla-Tracking“ und nicht „Trekking“?

Der Begriff Tracking kommt aus dem Englischen und bedeutet „Aufspüren“. Beim „Tracking“ wandert man also, anders als beim „Trekking“, nicht über eine festgelegte Route, sondern spürt die Position der Tiere auf. Die Gorillafamilien sind ständig in Bewegung, um sie zu finden, folgen Ranger und Guides ihren Spuren, also den Tracks. Durch das Auffinden von Fußabdrücken, Schlafnestern, Nahrungsresten oder Kot wird ein Bewegungsmuster erstellt und so wird ihr Standort lokalisiert.

Berggorilla-Beobachtung und Trekking in den Ruwenzori Bergen

Wie anstrengend ist das Gorilla-Tracking?

Herausforderungen und Ablauf

Die größte Herausforderung ist die physische Anstrengung. Die Höhenlage, die dichte Vegetation und das teils schwierige Terrain, mit tiefen Tälern und steilen Hängen, setzen eine gute Grundkondition voraus. Die Wanderung bis zum Auffinden einer Gorilla-Gruppe kann oft mehrere Stunden dauern. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit und den häufigen Regen ist es im Wald meist neblig, was ihm eine mystische Atmosphäre verleiht, aber die Wege matschig und rutschig macht.

Die Wanderungen beginnen in der Regel früh am Morgen im Parkhauptquartier. Dort werden die Besucher in kleine Gruppen bis maximal 8 Personen eingeteilt und von Rangern über wichtige Verhaltensregeln zum Schutz von Gorillas und Menschen unterrichtet. So muss zum Beispiel ein Mindestabstand zu den Gorillas von 7 Metern eingehalten werden, es darf in ihrer Gegenwart nichts gegessen oder getrunken werden, laute Geräusche sowie plötzliche Bewegungen sollen vermieden werden und fotografieren ist nur ohne Blitz erlaubt. Außerdem müssen alle Teilnehmer gesund sein, selbst ein kleiner Schnupfen kann die Berggorillas gefährden.

Ausgestattet mit guten Wanderschuhen für unwegsames Gelände, Regenjacke sowie langen Ärmeln und Hosen zum Schutz vor Insekten geht es mit Ranger und Guide durch den tropischen Bergegenwald. Hier wachsen mehr als 200 Baumarten, darunter viele seltene und endemische Arten, Lianen, Farne und eine Vielzahl von Orchideen. Wegen des dichten Blätterdachs erreicht das Sonnenlicht oft nicht den Waldboden, wodurch es in den unteren Ebenen dunkel und feucht bleibt. Der perfekte Lebensraum für eine reiche Biodiversität.

Überall zirpt und raschelt es. Vögel zwitschern, Affen kreischen, Zikaden und Grillen erzeugen ein permanentes Summen, Frösche und Kröten quaken, Eidechsen huschen durchs Laub, Zweige knacken, Regentropfen trommeln auf das Blätterdach. Die Wanderung ist ein atemberaubendes Erlebnis. Der Höhepunkt ist dann natürlich die Ortung der Gorilla-Gruppe. Das stolze Familienoberhaupt, der Silberrücken, schreitet majestätisch und würdevoll vorbei. Er ist für den Schutz und die Führung der Gruppe verantwortlich, die aus mehreren erwachsenen Weibchen und ihrem Nachwuchs besteht. Die Neugeborenen bleiben immer in der Nähe der Mutter, während die etwas größeren Jungtiere übermütig durchs Unterholz tollen oder sich in den Baumriesen von Ast zu Ast hangeln. Der Aufenthalt und die Beobachtung der Primaten ist strikt auf eine Stunde begrenzt.

Die Herausforderungen, die mit dem Gorilla-Tracking einhergehen, werden durch die unvergessliche Begegnung mit den beeindruckenden Menschenaffen mehr als ausgeglichen.

Bei der Gorilla-Beobachtung werden wir vom Silberrücken begutachtet

Was ist die beste Reisezeit?

Gorilla-Tracking kann das ganze Jahr über durchgeführt werden. Die beste Wanderbedingungen bieten sich ist jedoch in der Trockenzeit von Juni bis August/September und Dezember bis Februar. Obwohl es in den tropischen Wäldern das ganze Jahr über regnen kann.

Das Klima Ugandas Bergregenwäldern ist tropisch, aber durch die Höhenlage gemäßigt. Die Tageshöchsttemperaturen liegen im Durchschnitt bei etwa 20-27 °C, während die Nächte mit Temperaturen zwischen 7-15 °C kühler sind.

Uganda Expedition mit Gorilla Beobachtung und Trekking im Regenwald des Bwindi

Wie nachhaltig ist das Gorilla-Tracking?

Die angrenzenden Gemeinden der Nationalparks profitieren stark von den Einnahmen aus dem Gorilla-Tourismus. Mit einem Teil der Gelder aus den Permits werden Schulen, Kliniken und Infrastrukturprojekte finanziert, die die Entwicklung der umliegenden Dörfer voranbringt. Darüber hinaus bieten der Tourismus und der Schutz der Gorillas Beschäftigungsmöglichkeiten als Ranger und Guides sowie als Angestellte in den umliegenden Lodges. Diese enge wirtschaftliche Verflechtung hat dazu geführt, dass die lokale Bevölkerung die Erhaltung der Gorillas aktiv unterstützt.

Das Gorilla-Tracking in Uganda ist also nicht nur ein außergewöhnliches Abenteuer, sondern auch eine Gelegenheit, aktiv zum Schutz einer der am stärksten gefährdeten Tierarten sowie zur Verbesserung des Lebensstandards der Menschen beizutragen.

Auf der Fly-in-Safari durch Uganda unternehmen wir einen Besuch bei den Gorillas

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Christiane Heckenbach