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„Gletscher, Gold & Grizzlys“, (m)eine Alaska-Reise

Naturreise Alaska & Kanada - mit Van, Schiff und Zug

Schön, daß Sie dabei sind. Ich nehme Sie mit auf eine außergewöhnliche und abwechslungsreiche Rundreise durch Alaska und den Yukon. „Gletscher, Gold & Grizzlys“ – der Titel wird zum Programm. Mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln (Mini-Van, Fähre, Zug) sind wir unterwegs durch verschiedene Nationalparks in Alaska und Kanada. Ein breites Spektrum an Tierbeobachtungen wie Bären, Lachse, Moose, Karibu und Wale erwarten uns.

Die Unterkünfte liegen an landschaftlich herrlich gelegenen Plätzen und sind gemütlich und rustikal. Selbst auf einer Hotelrundreise können wir hin und wieder am Lagerfeuer grillen und den Abend genießen. Die „Gletscher, Gold & Grizzlys“-Naturreise ist eine sehr angenehme und ganz authentische Tour. Mehrere Nächte verbringen wir am gleichen Ort und haben – trotz längerer Distanzen – ein ruhiger Reiseverlauf. Das macht diese Kanada / Alaska Reise zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Kenai Fjords Nationalpark

Wir verlassen Anchorage nach Süden in Richtung des Kenai Fjords Nationalparks. Beim Anblick von glitzernden Eisbrocken im See des Portage Gletschers kommt gleich „Alaska-Feeling“ auf. Der Zielort Seward ist mit seinem Hafenbetrieb der Inbegriff des „maritimen Alaskas“; Lachs, Heilbutt und die Alaska King Crab wandern aus den Fischkuttern direkt auf die Teller der guten Restaurants.

Am nächsten Tag heißt es „Leinen los“ zur Bootsexkursion in den Kenai Fjords Nationalpark. Ich traue meinen Augen nicht, ob der Vielfalt der Meeresbewohner, die es hier in wenigen Stunden zu entdecken gibt: Robben und Buckelwale gesellen sich zu Lummen und Seeadlern. Und das Ganze von der grandiosen Kulisse der Gletscherwelt.

Am nächsten Tag ist etwas Kondition und Sportsgeist gefragt. Wir erklimmen - direkt entlang des Exit Glaciers - die Höhenlagen des Nationalparks. Nach 400 Höhenmetern ist der Aufstieg geschafft und der Blick schweift über die Fjorde und das Hochgebirge. Eine traumhafte Wanderung im Kenai Fjords Nationalpark, die die Mühen des Aufstiegs lohnt!

Übrigens: Auch die „Alaska: Trekking & Wildlife“-Tour führt auf die Kenai-Halbinsel!

Prince William Sound / Prinz William Sund

Drei abwechslungsreiche Tage waren wir nun in Seward. Die nächste Etappe bringt uns aufs Wasser! Die Fährfahrt über den Prince Willian Sound klingt spannend. Nach wenigen Stunden Autofahrt entlang des Cook Inlet erreichen wir den Hafen Whittier. Nach kurzem Check-In verschwindet unser moderner Van im Laderaum der etwas in die Jahre gekommenen Fähre.

Gemächlich verlässt das Schiff die Bucht von Whittier und nimmt Kurs auf Valdez. Die Chugach Mountains mit seinem mächtigen Columbia Gletscher ziehen vorbei und sorgen für eine imposante Kulisse. Ich verbringe die meiste Zeit der 6-stündigen Passage am Bug des Schiffes und halte Ausschau nach Walen und Delfinen. Das Panorama ist beeindruckend. Die Luft ist frisch und klar. Der Prince-William-Sound zeigt sich von seiner schönsten Seite. Die Fährfahrt ist entspannend und aufregend zu gleich. Fantastisch. Am Abend ist Valdez erreicht.

Valdez ist der Endpunkt der Trans-Alaska-Pipeline, die vom Polarmeer durch Alaska führt. Bei einem Alaskan-Amber Bier und Blick auf die Fischerboote lasse ich - zusammen mit ein paar anderen Tourteilnehmern - den entspannten Tag ausklingen.

Übrigens: Bei der „Alaska: Trekking & Wildlife“-Tour schippern Sie den Weg über den Prince William Sund in die andere Richtung.

Wrangell St. Elias Nationalpark

Die kommenden drei Tage gehören dem Wrangell St. Elias Nationalpark. Dieser NP bildet zusammen mit dem Kluane Nationalpark das größte Gletscherfeld außerhalb der Pole! Wir schaukeln über die Mc Carthy Road, eine Schotterpiste, in Richtung Kennicott. Der alte Minenort „klebt“ förmlich an den steilen Hängen der bis zu 4000m hohen Berge. Ich bin tief beeindruckt von der Szenerie aus Gletscher, schneebedecktem Hochgebirge und stahlblauem Himmel.

Auf dem Programm steht die Besichtigung der gut erhaltenen Kupfermine in Kennicott und eine Wanderung zum Root Gletscher. An den Berghängen bahnen sich Dallschafe ihren Weg durch den Schnee. Faszinierend! Ein „Muss“ ist die Einkehr in den alten Saloon von Mc Carthy bei einem deftigen Dinner; unsere ganze Truppe – die großartig harmoniert –fühlt sich gleich wie im „Wilden Westen“. Die Bergwelt des Wrangell St. Elias Nationalparks ist Alaska „par excellence“! Eine gewaltige Gletscherwelt und kaum Besiedelung. Der Mensch ist hier nur zu Gast in einer atemberaubenden Natur.

Zum Schluss erfülle ich mir einen großen Wunsch und buche einen Rundflug mit einem Buschpiloten über diese grandiose Landschaft. Die kleine Maschine schraubt sich bis auf ca. 3000m Höhe und ist mit bloßem Auge vor den mächtigen Bergrücken kaum zu erkennen. Dann tauchen die weißen Gletscher unter mir auf und der Pilot drückt die Maschine so weit herunter, bis ich tief in die bläulichen Gletscherspalten blicken kann. Adrenalin pur!

Kluane Nationalpark

In den kommenden beiden Tagen erfahre ich die große Weite des Landes. Die Entfernung bis zum nächsten Etappenziel beträgt ca. 800 km. Faszinierend, wie groß und fast unbewohnt die Gegend ist. Wir fühlen uns wie Pioniere. Mittig die Stadt Tok. „Tok“ ist indianisch und heißt „friedliche Kreuzung“. Hier übernachten wir und essen in der Trukker-Kneipe Pizzen, größer als Klodeckel.

In Tok biegen wir auf den legendären Alaska Highway ein und sind in bester Gesellschaft mit Trucks und ihren kernigen Fahrern. An der kanadischen Grenze wechsle ich in eine neue Zeitzone Yukon Time. Dann taucht die mächtige Kluane Range am Horizont auf. Davor der türkisfarbene Kluane Lake. Gewaltig!

Am Abend verkrieche ich mich in eine rustikale Holz-Cabin, aber nicht ohne mich vorher bei der Reiseleitung für die sichere und informative Fahrt zu bedanken! Als Frühaufsteher genieße ich den kommenden Morgen die absolute Stille am See. So wunderschön und so beeindruckend. Die ausgiebige Tageswanderung in die Höhenlagen des Kluane Nationalparks, ist angenehm anstrengend. Genau so, daß wir uns alle auf den gemütlichen Grillaben am Lagerfeuer freuen. Hier sind wir mit uns, und der ganzen Welt im Einklang. Wir sitzen wir noch lange am Feuer und lauschen dem Plätschern des Sees.

Einige von unserer kleinen Reisegruppe haben einen spannenden Rundflug über den Kaskawulch Gletscher bis in die hochalpinen Regionen des Mount Logan gebucht.

Übrigens: Auch die „Zugvogel“ Naturreise von WIGWAM besucht den Kluane Nationalpark in Kanada.

Grizzleys & Gold und noch mehr Wildniss

Grizzley Bärenbeobachtung in Haines

Auf dem Weg nach Haines überqueren wir wieder die Grenze nach Alaska. Haines ist der perfekte Ort zur Bärenbeobachtung. Am Chilkoot Lake tummeln sich im Hochsommer die Grizzly Familien mit ihrem Nachwuchs. Auch wir haben Glück und treffen - sogar ohne lange Wartezeit - auf einige Bären. Die Grizzlys haben Hunger auf Lachs und Beeren. Schon beeindruckend, wie nah wir den Grizzly Bären kommen. Und ja, Jungtiere sehen schon etwas putzig nach Teddybären aus. Aber sie sind wirkliche Wildtiere, die keinen Spaß verstehen, wenn man ihnen zu nahe kommt.

Auch ein anderes Wahrzeichen Alaskas ist in Haines zu Hause: eine ganze Flotte an Wasserflugzeugen geht ein und aus und bringt Einheimische und Touristen zu abgelegenen Lodges und Jagdplätzen.

Goldrush Trail via Skagway nach Whitehorse

Nach diesem erlebnisreichen Tag besteigen wir am Abend die Fähre nach Skagway. Die historische Stadt liegt am Ende der Inside Passage. Sie ist nach einstündiger Fahrzeit durch die Fjordlandschaft erreicht. In Skagway fühle ich mich gleich in die Goldrushzeit versetzt; die gut erhaltenen historischen Gebäude lassen die „Good Old Days“ aufleben.

Vor der Jahrhundertwende suchten Abenteurer und Glücksritter ihr Gold-Glück am Klondike River. Wir folgen der legendären Route des Goldrush Trails in Richtung Whitehorse. Der Zug der White Pass Yukon Railroad schaukelt uns über atemberaubende Aquädukte bis auf Höhe des Fraser Passes. Die Reiseleitung nimmt uns dort wieder in Empfang. Direkt auf dem Pass überqueren wir wieder die Grenze nach Kanada. Ziel: Whitehorse, die Hauptstadt des Yukon Territory.

Übrigens: Die „Zugvogel“ Naturreise macht auch Station in Withehorse – einem ehemaligen Zentrum der Goldwäscher.

Gold waschen in Dawson City

Der Yukon Fluss ist Sinnbild für alte Raddampferstationen und unbesiedelte Gebiete. Entlang des mächtigen Stroms geht es nordwärts zum Klondike und in die einstige Goldgräbermetropole Dawson City. Wir übernachten sehr urig. Das Flair der Goldgräberzeit ist überall zu spüren. Nun heißt es Gummistiefel anzuziehen und sich in den einen Nebenfluss des Klondikes zu stellen. Mit etwas Geduld und Glück landen tatsächlich kleine echte Gold Mini-Nuggets im Sieb! Bei so viel Glück besuche ich gleich anschließend den verrückten Spielsaloon „Diamond Tooth Gertie“.

Die Ogilvie Berge

Heimat der Grizzly Bären Ein Abstecher zum nördlichsten Punkt der Reise, zeigt uns die ganze herbe Schönheit dieser Region. Die Tundralandschaft der Ogilvie Berge ist Heimat von Bergschafen, Grizzly Bären und Karibus. Der Dempster Highway ist eine 700km lange Schotterpiste bis zum Polarmeer. Hier ist wahrlich Platz für die Wildnisse der Welt.

Denali Nationalpark – Tier- und Landschaftsparadies par exellence

Wir überqueren auf einer kleinen Fähre den breiten Yukon. Und wieder geht es auf einer Schotterpiste Richtung Alaska. Unser Van ist überraschend bequem, und relativ gut gefedert. Die rupeligen Wege bewältigt er ziemlich ruhig. Hier auf dem Top-of-the-World Highway genieße ich die grenzenlose Weiten der Tundra bis zum Horizont. Hier im „Indian Summer“ ziehen zahllose Karibus in Herden zu ihren Winterquartieren. Ich konnte mir vorher kaum vorstellen, dass es noch solch menschenleere Gegenden aus unserem Erdball gibt. Der Ort Poker Creek besteht aus 2 Einwohnern und 1 Hund; diese besetzen die Grenze nach Alaska. Entsprechend eingeschränkt sind die Öffnungszeiten. ;-)

Wir sind zurück auf dem Alaska Highway und vor uns liegt das letzte Highlight dieser „Gletscher, Gold & Grizzlys“ Reise:

... der Denali Nationalpark

Der dauerhaft verschneite Mount Denali überragt mit 6100m die grandiose Landschaft. Die einzige Straße im Park darf von Privatfahrzeugen nicht benutzt werden und so sitzen wir in einem alten Schulbus auf dem Weg zum Wonder Lake. Der einheimische Fahrer ist naturkundlicher Führer und Entertainer in Personalunion. Bei jeder sich bietenden Tiersichtung wird der Bus gestoppt und alle Fahrgäste können ihre Kameras auf Karibus, Moose und Grizzlybären richten. Dazu werden etliche Details vom Fahrer präsentiert.

Ein spannender und aufschlussreicher Ausflug in die Wildnis des Denali Nationalparks. Für etwas mehr Bewegung sorgt dann noch die Tageswanderung zu den Triple Lakes. Sie liegen versteckt in der Alaska Range und ein letztes Mal begebe ich mich auf die Suche nach dem Großwild Alaskas.

Was für ein Naturerlebnis!

Auf dem Rückweg nach Anchorage blicke ich wehmütig auf die zurück liegenden Tage und die Alaska Range. Es ist eine rundum gelungene Reise, die an Abwechslung wohl kaum zu überbieten ist. Gletscher, Gold & Grizzlys – der Name ist Programm. Es freut mich immer wieder, wenn ich zwischendurch diese Naturreise begleiten darf.

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Hendrik Lehmkuhl