von die WOM-Redakteure

Reisebericht Venezuela: Kann man das Land wieder bereisen?

Wie ist die aktuelle Lage vor Ort?

Venezuela hat karibische Sandstrände und quirlige Fischerdörfer zu bieten.

Kann man wieder sorgenfrei nach Venezuela reisen?

Nach normalen Gesichtspunkten beurteilt würde ich sagen – Jein,

  • Nein - wenn ich alleine durchs Land reisen möchte,
  • Nein – wenn ich einen Hotelurlaub buchen möchte und unbesorgt in der Stadt bummeln,
  • Nein – wenn ich ein Fahrzeug mieten möchte, um alleine durchs Land zu fahren, und erwarte, dass alle Wegweiser auf mein Ziel hinweisen.

Aber dennoch

  • Ja – wenn ich organisiert reise und die fantastische Natur und landschaftlichen Schönheiten kennenlernen möchte
  • Ja – wenn ich abenteuerliche und schlechte Strassen in Kauf nehmen kann
  • Ja – wenn man die venezolanische Mentalität – Laut – Herzlich – Zuvorkommend – Originell kennenlernen möchte
  • Ja – wenn ich mich von der sehr schmackhaften aber anderen  Küche verwöhnen lassen möchte
  • Ja – wenn das geplante Programm auch mal geändert werden muss, aufgrund der äußeren Umständen
  • Ja – wenn man mit dabei sein möchte,  einen unvergesslichen und schönen Urlaub zu erleben

 

Ein paar generelle Informationen über Venezuela

Das südamerikanische Land ist fast 3 mal so groß wie Deutschland und mit gerade mal ca. 23 Mio Einwohnern bietet es unglaublich viel Landschaft und Natur die zu den Superlativen des amerikanischen Kontinentes gehören.

Venezuela liegt an der nordwestlichen Spitze des südamerikanischen Kontinents und besitzt vor allem landschaftliche Vielfalt, wie sie in wenigen anderen südamerikanischen Staaten zu finden ist. Die Anden mit schneebedeckten Gipfeln von 5000 m Höhe im Westen, - die Llanos mit Savannen und Buschlandschaften, die sich von Osten nach Westen quer durchs Land ziehen, - im Süden Urwälder und die legendäre Gran Sabana mit ihren Tafelbergen und dem höchsten Wasserfall der Erde, - das Orinokodelta mit 40.200 qkm eines der größten der Erde, - und im Norden knapp 3000 km karibische Küste mit vorgelagerten Inseln und Archipelen.

Im Sierra Nationalpark in Venezuela bewundern wir den Gletschersee Mucubaji auf über 3.600m.

Reiseland Venezuela

Venezuela ist ein Land, in dem Rassismus ein Fremdwort ist. Eine glückliche Mischung fast aller Rassen und Herkunft garantiert ein friedliches Zusammenleben. Nach der spanischen Eroberung im 16. Jahrhundert wurden zu den hiesigen Indios Negersklaven aus Afrika gebracht und später, besonders in den letzten 150 Jahren, setzte eine große Einwanderungswelle aus Europa und den Anliegerstaaten ein.

Der Sierra Nevada Nationalpark ist ein wichtiger Programmpunkt auf unserer Venezuelareise.

Venezuela ist mit 912.000 km2 fast dreimal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 20 Mio Einwohner, wobei 90 % an der Küste leben. Der in der Vergangenheit vorherrschenden Wohlstand durch reiche Bodenschatzvorkommen und einem geringen Bevölkerungsdruck ist es zu verdanken, dass 15% des Staatsgebietes zum Nationalpark erklärt ist.

Venezuela vereint mehrere Klimazonen, hat aber nur eine Trocken-, bzw. Regenzeit. (Regenzeit: Mai bis Oktober). Beide Reisezeiten haben ihren Reiz, da dies von dem Ziel abhängt, welches besucht wird.

Auf unserer Venezuela Rundreise können wir sogar Capybaras beobachten.

Venezuela heute

Venezuela leidet seit über 10 Jahren an einer wirtschaftlichen Rezession, die sich bis heute nur in wenigen Bereichen verbessert hat. Kriminalität und Versorgungsengpässe an einer Basisversorgung machten in der Vergangenheit das Reisen und einen Urlaub in Venezuela sehr schwierig.

In den letzten Jahren hat sich vor allem die Sicherheitslage im Land grundlegend geändert, was Voraussetzung für das Reisen im Lande ist. Auch heute leidet das Land unter Mangel an Benzin und Diesel und in vielen Teilen des Landes ist bei der elektrischen Versorgung mit täglichen Unterbrechungen zu rechnen.

Aber wie wirkt sich das nun aktuell auf das Reisen im Land aus? Höchste Zeit, einen Reisebericht über Venezuela zu schreiben.

 

Ein Besuch des Salto Angel Wasserfalles ist ein Muss auf jeder Venezuelareise.

Wer schreibt hier überhaupt?

Hallo, ich heiße Eckhard Fella und bin seit 35 Jahren in Südamerika als Reiseleiter tätig. Viele Expeditionen und Reisen habe ich in Südamerika und Venezuela unternommen und es gibt immer noch so viele Ziele, die ich noch besuchen möchte. Mich fasziniert die unglaubliche Vielfalt der Natur und Landschaften und Venezuela hat davon wahrlich sehr viel zu bieten.  In Deutschland geboren, studiert und gearbeitet, bin ich mit jungen 27 Jahren nach Venezuela ausgewandert und habe es trotz aller Schwierigkeiten nie bereut. Ein Interview mit mir könnt Ihr in unserem WOM - Wigwam Online Magazin nachlesen.

Ich möchte mit diesem Reisebericht Venezuela meine ganz aktuellen Erfahrungen mit Euch teilen.

Egal ob Venezuela, Kolumbien, Ecuador oder Guyana - Eckhard zeit Ihnen die Schönheiten dieser Länder.

Aktuelle Venezuela Urlaubserfahrungen

Meine erste Gruppenreise in Venezuela nach über 15 Jahren

Ich wollte es gar nicht richtig glauben, dass tatsächlich eine Gruppe aus Europa, Venezuela, besuchen wollte. Die allgemein schlechten PR- und Schreckensnachrichten in der Vergangenheit haben Venezuela zu einem der gefährlichsten Länder Südamerikas abgestempelt.

Natürlich habe ich mich gefreut und die Ärmel hochgekrempelt, um eine wirklich gute Reise zu organisieren. Schwierigkeiten gab es zu überwinden und das Equipment auf Vordermann zu bringen, um dieser Gruppe einen unvergesslichen Venezuela Urlaub zu ermöglichen.

Karibikflair erleben wir in Choroni auf unserer Venezuelareise.

Ankunft in Caracas und unser Hotel mit Blick auf die Karibik

Die warme Nacht empfing die Gäste, die noch mit dicken Jacken aus dem Flugzeug stiegen. Der Fahrer mit seinem Fahrzeug waren auch pünktlich und so wurden wir zum flughafennahem Hotel in Macuto gefahren. Großes Swimmingpool – Blick aus Meer – was will man mehr für eine gute Ankunft.

Am nächsten Tag flogen wir nach El Vigia, natürlich mit Verspätung, einer Kleinstadt am Fuße der Anden. Mit unserem Expedition Bus fuhren wir dann in die naheliegende Merida, der größten und kolonial bedeutendsten Stadt in den venezolanischen Anden. Mérida liegt in einem schmalen Tal der Hochkordillere auf ca. 1.645 m mit Blick auf die Sierra Nevada und seinen höchsten Berg, den „Pico Bolivar“ mit 5007 m.

Meine bevorzugte Posada „Casa Sol“ hatte erst vor wenigen Wochen wieder geöffnet und wir wurden herzlich mit einem Punch empfangen. Wir waren ja auch die ersten Europäer in vielen Jahren.

In Venezuela beginnen die Anden, wo man ausgedehnte Wanderungen geniessen kann.

Mérida - Begrüßung durch den Bürgermeister

Die Altstadt von Mérida besuchten wir die Kathedrale, die Plaza Bolivar, das Rathaus, das Kulturgebäude und natürlich fasziniert das rege Treiben der Andinos mit ihren Märkten und Straßenständen.  Auf dem Markt wurden wir spontan von den Bewohnern angesprochen und interessiert erkundigten sie sich über unsere Herkunft und waren sehr erfreut, dass wieder Besucher aus Übersee ihre Stadt besuchen. Sogar der Bürgermeister kam aus seiner Amtsstube angewackelt, um uns willkommen zu heißen und überreichte gleich seine Visitenkarte mit dem Wunsch, er suche nach einer Partnerstadt in Deutschland.

Unsere geplante Fahrt mit der höchsten Seilbahn der Welt fiel leider leider aus, da die Öffnungstage kurzfristig wegen Personalmangels geändert wurden. Der höchste Station liegt auf 4.765 m, die über 5 Stationen erreicht wird. Auf der Strecke kann man aus der Vogelperspektive die verschiedenen Ökosysteme und Landschaften genießen. Ab der 4. Station lohnt es sich auszusteigen und ein bisschen spazieren zu gehen, wobei uns vor allem die Fauna interessiert und die Aussicht auf die Andengipfel.

Bei einer Wanderung im Sierra Nevada Nationalpark bekommen wir einen wunderschönen Ausblick auf die Laguna Negra.

Nebelwald und Kolibiris

Da das mit der Seilbahn nichts wurde, fuhren wir in die Valle La Culata. Vorbei an kleine Andendörfer erreichen wir schließlich den Nebelwald und besuchten ein interessantes Projekt einer Kolibri-Station. Hier arbeiten Biologiestudenten für den Erhalt der über 15 Kolibriarten. Überall hingen Behälter mit Zuckerwasser und der Andrang der Kolibris war enorm. Jeder bekam eine kleine Plastikschale mit einer Blumen Imitation in die Hand und so konnten wir selbst die kleinen Kolibris beim Nektar Trinken beobachten. Nach einem kleinen Vortrag über die Wichtigkeit des Nebelwaldes und die Kolibris fuhren wir weiter bergauf und schon bald erreichten wir die Paramo Landschaft.

Bei einer Wanderung durch die nebelverhangene Landschaft war vor allem die Fauna mit ihren blühenden Sträuchern die endemische Frailejon zu bestaunen. Am Bergrücken mit knapp 4.000 m hatten wir dann endlich einen herrlichen Ausblick auf die Andenkette und die darunterliegende Landschaft.

Beim Sonnenuntergang geniessen wir die Farbstimmung bei einem Abschiedsgetränk unserer Venezuelareise.
Während unserer Rundreise beobachten wir in den Llanos in Venezuela viele Vögel beim Nisten.

Nationalpark Sierra Nevada

Unser nächstes Ziel war der Nationalpark in der Sierra Nevada, dabei fuhren wir auf der kurvenreichen Strecke der „PanAndina“ hinauf in die Paramo-Landschaft. Rechts erhebt sich eine mächtige Bergkette des Nationalparks "Sierra Nevada" mit dem höchsten Berg Venezuelas, den "Pico Bolivar" (5.007m Höhe).

Wir passierten kleine Andendörfer, die Gemüse, Obst und die Bauern noch mit Ochsen und Pflug das Feld bestellen. Nach etwa 2 Stunden erreichten wir die Passhöhe von Mucubaji von 3.560 m. Die Luft wird schon dünner und das Atmen wird anstrengender, aber nur noch einen Katzensprung entfernt liegt die Laguna "Mucubaji", die bei Sonnenschein in einem tiefen Blau leuchtet. Von hier aus wanderten wir durch eine wunderschöne Andenlandschaft mit ihren charakteristischen Büschel Gewächsen (Frailejones), Büschen von Erinacea, Andenblumen und Kiefernwäldern. Immer wieder gab es Aussichtspunkte zum über 4.000 m hohen Pico Mucubaji und der unter uns liegenden Andenlandschaft. Nach einer Rast an den Ufern der Lagune Negra (geräuchertem Käse, Tomaten und frisches Brot) laufen wir auf einem kleinen Pfad zum darunterliegenden Tal der Laguna Victoria. Im Tal angekommen, sahen wir doch auch tatsächlich eine Herde von Rotwild.  Den Brillenbären treibt sich hier auch herum aber wir hatten leider kein Glück.

Im Sierra Nevada Nationalpark in Venezuela kann man ausgedehnte Wanderungen unternehmen.

In Serpentinen ging es wieder bergab Richtung Tiefland, wir fuhren durch die einzelnen Vegetationsstufen von der Paramo-Landschaft ausgehend bis wir das Tiefland von Barinas erreichen. Das Tiefland wird als „Llanos“ bezeichnet und bietet einen einzigartigen Tierreichtum (Vögel, Kaimane, Affen, Savannentiere), den man in dieser Konzentration nur noch in wenigen Regionen der Erde vorfindet. So haben sich einige Haciendas (Hatos genannt) neben der Rinderzucht auf den Erhalt dieser Tierwelt spezialisiert.

Wir sind auf verschiedenen Hatos zu Gast, wobei das Hato Cedral  mit ca. 50.000 ha eines der größten Hatos ist. Alle Hatos bieten eine faszinierende Tiervielfalt, bieten geräumige Zimmer mit Bad, Swimmingpool und viele Tiere schon vor der Zimmertür.

Kaimane sind in den Llanos in Venezuela beheimatet.

Wildtiere Venezuelas

Wir unternehmen Ausflüge mit dem Boot oder Truck oder (wer will) mit dem Pferd, um zum Beispiel Wasserschweine, Schildkröten, Kaimane, Ameisenbär, Palmenbär, Anaconda zu beobachten. Beeindruckend ist die unglaublich Vielfalt an Vögeln die beim Vorbeifahren auffliegen und sich im Himmel verlieren.

Die Posada „Casa Maria“ war unser nächstes Ziel, das in der Bergregion von Bejuma eingebettet liegt. Casa Maria liegt 760 m ü. NN und das Klima ist ausgesprochen angenehm. Wir werden von den deutschstämmigen Besitzern Gaby und Norbert Flauger herzlich empfangen. Beide haben Ihren geschützten Naturpark mit mehreren tausend Hektar gegründet und mit viel Liebe und Aufopferung wird er gepflegt und geschützt. Bei der Unterkunft ist die deutsche Gründlichkeit nicht zu übersehen und es ist sehr gemütlich mit einer tollen Sicht auf das Tal von Bejuma.

Wir unternahmen Ausflüge in das noch intakte Nebelwaldgebiete. Vorallem Wildtiere wie Füchse, Capibarra, Jaguar, Affen, Faultiere sind hier heimisch. Norbert der Biologe ist, begleitet uns bei unseren Ausflügen und gibt uns sein Wissen weiter.

Bei einem Nationalparkbesuch in Venezuela kann man per Boot, per Pferd oder mit dem Truck die Flora und Fauna erkunden.
In den Llanos in Venezuela gibt es die Möglichkeit, Kaiman Babys hautnah zu erleben.

Endlich Karibik

Wir müssen dabei die Küstenkordillere beim Nationalpark Henry Pettier noch überqueren. Auf enger Straße fahren wir vorsichtig in Serpentinen in den Bergnebelwald des National Parques. Pinkelpausen und Aussichtspunkte müssen genau geplant werden, denn die Straße ist stellenweise sehr eng.

Nach knapp 2 Stunden Kurvenfahren erreichen wir dann die Küste von Chorroni. Das kleine Fischerdorf bietet verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten und ist voller Leben mit viel Tanz und Musik. Wir übernachten in einer Lodge mit eigenem Strand, Swimmingpool und anständigen Zimmern. In der Dämmerung zwischen 5 und 6:30 Uhr verbleibt man lieber auf dem Zimmer, um nicht von Moskitos und Sandfliegen aufgefressen zu werden. Danach ist wieder alles gut.

Mit dem Fischerboot fahren wir entlang der Steilküste und hinter jeder Ecke versteckt sich ein Palmen gesäumter Sandstrand. Fischer und Kakao Hacienda leben in diesem Enklaven und die schönsten besuchen wir und genießen Strand, Meer, Sonne  und gutes Essen.

Nur 150 km von der Hauptstadt Caracas entfernt kann man an den Stränden von Choroni Karbikfeeling pur erleben.

Auf dem Weg zu unserem nächsten großen Abenteuer fahren wir Richtung Caracas und besuchen die berühmte Rum Destillation von Santa Teresa. Ein wirklich gutes Vorzeigeunternehmen mit guter Führung, Rumproben /Catering und viel Spaß im Cocktail-Bus, der uns durch die Plantage gondelt.

Canaima Nationalpark

Am nächsten Morgen ist es soweit und wir fliegen nach Canaima in den gleichnamigen Nationalpark. 3 Tage und 2 Nächte haben wir dafür eingeplant und im Stillen dachte ich mir ob das wohl ausreicht?? Ich wäre lieber noch länger geblieben.

Mit dem Buschflugzeug in die Tafelberge Venezuelas

Gepäck, das wir schon im Voraus umgepackt hatten, verbleibt in Canaima und wir steigen mit leichtem Gepäck in unsere bereitstehende Guriara (motorisierte Einbaumboote). Den Carrao Fluss wollen wir flussaufwärts fahren, um den Angelfall aus aller nächster Nähe zu sehen. Vor uns erhebt sich der Tafelberg "Auyantepui", der mit 2.600m Höhe und 720 qkm Oberfläche zu den größten Tafelbergen Venezuelas gehört. Mächtig baut sich der Berg vor uns auf und aus verschiedenen Höhen stürzen Wasserfälle aus dem steilen Bergkante und verlieren sich im dichten Dschungel.

Die Flussfahrt ist ein wahres Abenteuer, denn das Boot manövriert um die Steine und Stromschnellen. Manche Stellen müssen umlaufen werden oder die Crew muss ins Wasser um das Boot vom flachen Flussbett zu schieben. Nach jeder Flussbiegung bietet sich uns ein neues Bild von der unglaublichen Schönheit von Berg, Wasser und Licht. Am Nachmittag erreichen wir unser Camp mit Blick auf den Salto Angel. Das Camp ist gut ausgestattet mit Toiletten, Speiseraum und einer offen überdachten Hütte, wo wir heute in Hängematten übernachten.

Die Einbaumboote sind mit Motor ausgestattet.

Natürlich mit Moskitonetz geschützt, und einen Einschlaf-Kurs für die Hängematte machte ich auch noch ;-) Wir befinden uns im "Cañon del Diablo" (Teufelsschlucht) mit seinen steil aufragenden Felswänden und wir laufen auf einem Pfad durch den Dschungel bis wir auf wenige hundert Meter am Fusse des Angel Falls stehen.

Der Salto Angel ist mit seinen fast 1000 m freien Fall der höchste Wasserfall der Erde. Von der Anlegestelle aus laufen wir in einem ca. 1- stündigen Fussmarsch zum Aussichtspunkt des Salto Angel, der jetzt zum Greifen nahe ist. Wir hatten schönes Wetter und es war ein unvergessliches Erlebnis.

Die beeindruckenden Salto Angel Wasserfälle sind ein Teil unseres Reiseprogramms in Venezuela.

Der langsam aufsteigende Frühnebel lässt die hoch vor uns aufragenden Felswände unwirklich und geheimnisvoll erscheinen. Bis heute sind weite Flächen des Auyantepui völlig unerforscht und es ist zu vermuten, dass man auf diesem unzugänglichen Hochplateau noch manch unbekannte Lebewesen und Pflanzen finden wird. Zurück in Canaima sind wir in der Wakü-Lodge untergebracht, die keine Wünsche offen lässt. Mit einem traumhafen Blick auf die Lagune in der sich 7 Kaskaden des Carrao Flusses ergiessen, gute Zimmer und hervorragendes Essen, ließen wir uns verwöhnen. Allerdings musste man auf seinen Cocktail und Imbiss aufpassen, da die freilaufenden Affen, Papageien oder Tapire auch Ihre Vorlieben haben. Wir unternahmen noch einen Ausflug in der Lagune und besuchten die Kaskaden wo wir nur mit Badehose bekleidet hinter dem Wasserfall durchlaufen konnten. Die einfallenden Sonnenstrahlen brachen sich im Wasser und man war umgeben von Regenbogenfarben. Optional hätte man noch eine Rundflug über den Angelfall buchen können.

Beim letzten Abendessen gab es noch ein „Zuckerl“ und die Jugend von Canaima präsentierte uns ein Konzert. Man müsste es gehört haben um zu erleben, wie grandios es war. Wir hatten alle Tränen in den Augen und waren von der Schönheit der Musikstücke und den Stimmen des Chores gerührt.

Die Gran Sabana gehört zu den ältesten Landschaftsformationen der Erde und zu einem der eindrucksvollsten Gebiete Südamerikas. Die auf einer riesigen Granit Scholle, dem Guyana Schild, aufgelagerte Sandsteinschicht wurde im Laufe von Jahrmillionen von Wind und Wetter ausgewaschen und formte so eine Tafelberglandschaft von eigenartiger und einmaliger Schönheit. Die Savanne mit baumgesäumten Flüssen und Palmenhainen wechseln sich mit tropischem Dschungel ab, aus dem sich die majestätischen Tafelberge, "Tepuis" genannt, erheben. Einige der Tepuis sind bis heute noch nie von Menschen betreten worden. Viele dieser steilwändigen Festungen liegen unter einer dichten Wolkendecke verborgen. Das Klima hier oben ist angenehmer als im Tiefland, denn es ist nicht so heiß, und meistens weht eine frische Brise.

Tepui heißt übersetzt "Haus der Götter". Die Tepuis stellen sich als riesige Tafelberge dar, die vor Milliarden von Jahren zusammen mit Teilen des afrikanischen Kontinentes eine riesige Hochebene bildeten. Auf den Plateaus der Tafelberge konnte sich durch die Isolation von der tieferliegenden Außenwelt bis heute eine einzigartige Pflanzenwelt erhalten, die bei vielen Arten als endemisch zu bezeichnen ist.

Zurück in Caracas freuten wir uns schon auf das Abschiedsessen auf dem Hausberg von Caracas, dem „Avila“. Mit der Seilbahn wollten wir hochfahren, aber leider wurde wieder mal kurzfristig abgesagt aufgrund der anstehenden Wahlen. Ich muss zu meiner Verteidigung sagen, dass ich es vier Wochen vorher und dann noch zwei Tage vorher bestätigt hatte. Naja, somit stand uns ein letztes Abenteuer bevor: wir hatten uns entschieden, mit unserem Allrad-Bus auf der asphaltierten Strasse hochzufahren. Ich muss zugeben, dass ich diese Strecke noch nie gefahren bin und eigentlich sehr viel Erfahrung habe. Aber so eine steile Strasse hatte ich noch nie gesehen. Mit Allrad und im 1. Gang ging es nach oben. Einige Mitreisende wollten schon aussteigen, aber das ging natürlich nicht. Nach 1000 Höhenmeter und mit dem Herz in der Hose kamen wir dann auch gut und sicher an. Nach einem gelungenen Abendessen mit einem tollen Blick auf die Karibik ging es zurück zu unserem Hotel. Damit endete unser unvergessliches Abenteuer in Venezuela!

Fazit: Venezuela ist auf jeden Fall eine Reise wert!!!

Mit WIGWAM nach Venezuela

Ab sofort können Sie wieder Privatreisen nach Venezuela bei uns buchen. Gerne stellen wir Ihnen ein individuelles Programm zusammen. Anfragen senden Sie uns am besten über unser Formular oder melden Sie sich gerne telefonisch unter 08379/92060 bei unserem Lateinamerika-Team!

Wir werden spätestens ab dem Jahr 2025 wieder Gruppenreisen in das wunderschöne und vielseitige Land Venezuela anbieten!

 

Der beeindruckende Angel Fall in Venezuela ist der höchste freifallende Wasserfall der Erde mit 979 Metern.

Weitere besondere Reisen mit Ecky

Unser Reiseleiter Ecky zeigt Ihnen auch gerne die verborgenen Schätze Kolumbiens:

21 Tage Trekking-Reise Kolumbien: Von den Anden zur Karibik
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22 Tage Expedition und Naturerlebnis Südamerika: Serranía de la Macarena NP, Cano Cristales, Vulkane und Kayakexpedition im Amazonas
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