von Susanne Siegel

Die wilden Hunde von Afrika

Entdecken Sie die wild dogs in Zambia

Wo leben die "wild dogs" eigentlich?

Aus Zeichnungen des alten Ägyptens geht man davon aus, dass der afrikanische Wildhund früher nicht nur in allen Grassteppen Afrikas südlich der Sahara gelebt hatte, sondern auch im nördlichen Teil der Sahara vorgekommen sein könnte. Heute bewegt sich sein Lebensraum in der afrikanischen Savanne, zum Teil aber auch bis an die Schneegrenze des Kilimandscharos und auch an den Rand der Sahara. Hierbei meidet er bewaldete oder trockene Regionen. Da man den afrikanischen Wildhund durch z.B. Drahtschlingen gefangen hatte, aber auch durch den Verlust seines Lebensraumes und durch Krankheiten wie Tollwut und Staupe, zählt seine Spezies heute zu eines der seltensten Großsäugetiere in Afrika. So kann z.B. eine Tollwutinfektion die Auslöschung eines ganzen Rudels bedeuten.

Aufgrund des geringen Artbestandes von geschätzten 6000 bis 7000 Tieren im Jahre 2018 gilt der afrikanische Wildhund als stark gefährdet. Populationen, die überlebensfähig sind, sind heute nur noch in Zambia, Tanzania, Kenia, Zimbabwe, Botswana und Südafrika anzutreffen. In Tanzania lebt derzeit die größte Population im Selous-Wildreservat. Andere Reservate mit ebenfalls größeren Vorkommen sind auch das Moremi-Wildreservat im Okavango-Delta in Botswana, in Zimbabwe der Hwange-Nationalpark, oder in Zambia der Kafue-Nationalpark.

Ein besonderes Merkmal des afrikanischen Wildhundes

Eine Besonderheit des afrikanischen Wildhundes ist sein auffällig bunt gemustertes Fell. Sein wissenschaftlicher Name Lycaon pictus bedeutet so viel wie "bunter Wolf". Da diese Fellzeichnung bei jedem Hund anders ist lassen sich die Tiere sogar in freier Wildbahn relativ eindeutig zuordnen.

 

Erfahrungsbericht von Raphael Studer*

"Der Afrikanische Wildhund (Lycaon pictus) ist der grösste wild lebende Hund der afrikanischen Savanne. Als Rudeltier jagt er vor allem grössere Beutetiere wie Gazellen. Da es ab und an zu Übergriffen auf Nutztiere kommt, werden diese wunderbaren Geschöpfe leider in ganz Afrika oft getötet. Dies ist der Grund, weshalb sich die Wildhunde auf der Liste der stark bedrohten Tierarten Afrikas ganz oben befinden. Ein Grund für mich diese Lebewesen fotografisch festzuhalten um Aufklärungsarbeit zu betreiben.

So wandte ich mich am 3. September 2021 an Wigwam, mit der Idee mich Ende September auf die Suche nach den seltenen und schwer aufzufindenden Wildhunden zu machen. Nach einem Telefonat fiel die Wahl dann schnell auf Sambia und den South Luangwa Nationalpark."

 

Wigwam organisierte die Privatreise - und schon ging es los

"Nach raschen Abklärungen von Wigwam für die Privatreise flogen meine Partnerin und ich dann am 28. September nach Lusaka, wo unser Guide Jairos bereits auf uns wartete. Nach einer kurzen Fahrt übernachteten wir in der wunderschönen Wilddog Lodge in Lusaka. Der Name passte schon einmal und sollte uns hoffentlich Glück bringen.

Eine kurze Nacht erwartete uns, da der Fahrtweg von Lusaka mit dem Auto ca. 10 Stunden beträgt. Man könnte auch fliegen, doch die Fahrt ermöglichte uns erste Eindrücke über das Land, die Menschen und der Natur."

Die Erwartungen wurden übertroffen

"So, nur noch eine Nacht, bis wir mit der Suche nach unserem eigentlichen Ziel beginnen konnten. Ich war mir nicht sicher, ob die 7 Tage wirklich ausreichen werden, da die Wildhunde täglich mehrere Kilometer weit laufen und schwer zu finden sind. Doch schon bald es sollte sich zeigen, dass das Glück auf unserer Seite stand. Früh morgens fuhren wir in Richtung Parkeingang, der Weg war kurz doch es gab schon viel zu sehen. Ein kurzes Check-in beim Eingangstor, die Brücke überquert als plötzlich Jairos zu uns sagte: "U guys are so lucky". Da waren sie die ersten Wildhunde und es wurden immer mehr. 21 afrikanische Wildhunde, 16 Erwachsene und 5 Neugeborene die gerade ein Puku gerissen hatten. Ich konnte mein Glück kaum glauben, denn ich wusste, dass die Realität normalerweise anders aussieht. Vier Tage lang durften wir die Hunde tagsüber begleiten, auch wenn sie vor Parköffnung enorme Distanzen zurückgelegt hatten, vertraute ich auf Jairos Instinkt und Fährtenlesefähigkeiten. Es gelang ihm immer wieder mich zu überraschen. Ab Tag 5 begaben sie sich jedoch in Gebiete, die uns verborgen blieben. Sie zeigten uns in den letzten 3 Tagen also doch noch warum sie so schwer zu finden sind."

Ein rundum genialer Trip

"Nebst den Wildhunden gibt es in South Luangwa auch noch viele andere großartige Tierarten und so einiges zu sehen. Mein Fazit: Jairos war der perfekte Guide, er hat meine Gedanken direkt umgesetzt. Obwohl er auf Grund von Corona fast 2 Jahre nicht mehr auf Safari war gelang es ihm innert Kürze das Gebiet perfekt zu lesen. Wir verbrachten täglich 12 Stunden im Park und hatten so einiges zu entdecken. Danke Wigwam für einen rundum genialen Trip."

 

*Der Fotograf Raphael Studer

"Meine Name ist Raphael Studer, gelernter Informatiker sowie passionierter Wildtier- und Unterwasserfotograf. Weshalb ich seit einigen Jahren als proWIN pro nature Expeditionsfotograf unterwegs bin. Mein Ziel ist es, Tieren mithilfe meiner Aufnahmen eine Stimme zu verleihen. Dabei fokussiere ich mich hauptsächlich auf bedrohte Tierarten. Es ist mir ein Anliegen Aufklärungsarbeit zu leisten und den Artenschutz zu fördern. Meine Bilder sollen die Schönheit und Einzigartigkeit der Natur widerspiegeln, den Betrachter diesen Reichtum erkennen lassen und dazu anregen seine eigenen Handlungen und die damit verbunden Konsequenzen zu hinterfragen."

Lassen Sie sich von seinen einzigartigen Fotos in die verschiedenen Länder mitnehmen unter www.raphaelstuder.com oder auf Instagram oder Facebook.

Unsere Afrika Reisen

Wenn Sie nun Lust bekommen haben, sich auch auf die Suche nach den afrikanischen Wildhunden in Afrika zu machen, dann schauen Sie doch gleich mal unsere Reisen nach Zambia, Tanzania, Kenia, Zimbabwe, Botswana und Südafrika an. Unsere Afrika-Experten im Büro beraten Sie gerne ausführlich!

Und für Kurzentschlossene ist die ein oder andere Reise vielleicht schon kurz vor der Durchführung.

Und hier noch ein paar Infos zu den afrikanischen Wildhunden

Lebensweise

Die Wild Dogs sind tagaktive und sehr soziale Tiere. Ihr Rudel besteht im Durchschnitt aus zehn Hunden. Das Revier ist unbegrenzt, weshalb sie auch keine Markierungen setzten, wie es andere Hunde tun. Innerhalb des Rudels gibt es ein Alpha-Paar, jedoch gibt es kaum Aggressionen oder Kämpfe um die Rangordnung oder zwischen den Rudelmitgliedern. Wenn man den afrikanischen Wildhund mit dem Wolf vergleicht so gilt sein Verhalten als sanfter und sozialer. Er ist außerdem besonders still und gibt nur selten Laut. Der Kontaktruf ist dem einer Eule ähnlich. Auch andere laute wie ein Knurren, Bellen, Winseln oder Zwitschern sind möglich.

Verhältnis zum Menschen

Die Wildhunde hatten lange Zeit bei uns Menschen einen schlechten Ruf. Ihnen wurde Kannibalismus und eine unsoziale Lebensweise nachgesagt. Und man glaubte, sie würden ihre Beute brutal bei lebendigem Leibe zerreißen und diese müssten einen langsamen und qualvollen Tod erleiden. Heute weiß man, dass das Leid der Beutetiere dem anderer Raubtiere gleicht. Aber der alte Irrglaube führte dazu, dass man die Wildhunde als überflüssigen Schädling für das Ökosystem betrachtete und ihn sogar gezielt ausrotten wollte. Selbst in den 1970er Jahren hatte man ihn sogar in afrikanischen Nationalparks routinemäßig bekämpft.

Laut einer Studie sterben zwischen 22 % und 42 % der wild dogs durch Löwenangriffe. Aber die Bedrohung durch Menschen ist noch höher. Da viele Löwen in den Wildparks angesiedelt wurden (als Touristenattraktion), haben viele Wildhunde die Reservate verlassen und jagen außerhalb. Und dort sind sie ungeschützt und werden von Privatleuten bzw. Farmern getötet, v.a. wenn sie deren Tiere jagen.

Fortpflanzung

Bei den afrikanischen Wildhunden pflanzt sich nur das dominante Paar, also die beiden Alpha-Tiere, innerhalb des Rudels fort. Im Durchschnitt kommen pro Wurf circa sechs bis acht Welpen auf die Welt. Die Nachkommen werden gemeinschaftlich im Rudel aufgezogen. Nach ungefähr sechs Monaten machen die Jungtiere bei der Jagd mit, und das Rudel kann wieder seinem nomadischen Lebensstil nachgehen.

Sozialverhalten

Wenn ein Rudelmitglied verwundet oder krank ist, wird es von den anderen mit Fressen mitversorgt, solange der nomadenhafte Lebensstil weiter aufrecht erhalten werden kann. Interessant ist, dass bei den Wildhunden das Rudel aus miteinander verwandten männlichen Mitgliedern besteht. Denn, anders als bei vielen anderen organisierten Raubtieren, werden bei den Wildhunden die geschlechtsreifen Weibchen aus dem Rudel ausgestoßen, nicht die männlichen.

Ein besonderes Sozialverhalten zeigen die wild dogs außerdem, wenn sie mit Parasiten befallen sind. hat ein Wildhund beispielsweise Flöhe, so entfernt er sich vom Rudel um sich dort zu kratzen, und kehrt erst wieder zum Rudel zurück, wenn er die Parasiten losgeworden ist. Und verhindert somit die Ansteckung der anderen Rudelmitglieder.

Ernährung

Der größte wild lebende Hund in der afrikanischen Savanne jagt hauptsächlich größere Beutetiere wie z.B. Gazellen, da er im Rudel unterwegs ist. Eine Besonderheit hierbei ist, dass seine Gliedmaßen eine geringe Seitenbeweglichkeit haben (wie z.B. bei "normalen" Hunden charakteristisch). Dadurch kann er seine Beute nicht, wie z.B. es die Katzen können, mit den Pfoten erfassen. Er gilt aber trotzdem als erfolgreichster Jäger im Busch. Seine Ausdauer ermöglicht ihm lange Hetzjagden, wobei er bis zu fünf Kilometer weit mit einer Schnelligkeit von 60 km/h die Beute verfolgen kann. Die Wildhunde jagen immer im Rudel. Das Alpha-Tier packt die Beute und hält sie fest, die anderen Rudelmitglieder zerreißen sie. Dann wird das erlegte Tier blitzschnell verschlungen, bevor andere Raubtiere ihnen die Beute abjagen.

Neben den Gazellen sind auch Impalas und andere Antilopen, sowie Warzenschweine bevorzugte Beutetiere der Wildhunde. Aber auch Nagetiere, Hasen, Jungvögel und andere Kleintiere stehen auf dem Speiseplan. Hierbei nimmt der Wildhund zwischen sechs und acht Kilogramm Fleisch zu sich. Rudelmitglieder, die noch zu jung oder krank oder verletzt sind, werden nach der Rückkehr von der Jagd mit Futter versorgt, indem das soeben verzehrte Fleisch wieder hervor gewürgt und ausgespuckt wird.

 

Zurück

Susanne Siegel