von Christiane Heckenbach

Erlebnisbericht: Baja California Trekking

3-tägige Wanderung in der Sierra de San Francisco

Wigwam Naturreise – Trekking-Abenteuer

Nach hautnahen Begegnungen mit den bis zu 15 Meter großen Grauwalen in der Laguna Ojo de Liebre und kleineren Wanderungen in der faszinierenden Kakteenlandschaft von Cataviña sowie im „Parque Natural del Desierto Central“ geht es heute in die Sierra de San Francisco.

Wigwam Naturreise – Zu Fuß unterwegs in der Sierra de San Francisco

Schon die Anfahrt in die Berge ist spektakulär. Von der Küste bis zur Rancho Guadalupe, dem Ausgangspunkt der Wanderung, sind es 1.100 Höhenmeter. Je höher wir kommen, desto schmaler und kurviger wird die Straße und wir können nur noch an wenigen Ecken anhalten, um die Aussicht in die tiefen Canyons zu bewundern. Wir schlagen unsere Zelte für eine Nacht in der Nähe der Ranch auf und lernen unsere Begleitmannschaft kennen. Oscar, Tulo, José und unser Guide Ramón sind echte Cowboys, mit in die Stirn gezogenen Hüten, Lederstulpen über den ausgewaschenen Jeans und großen Gürtelschnallen. Ich bin begeistert und freue mich auf das Rustikale dieser Wanderung.

Reisen in die Baja California

Auf folgenden WIGWAM Gruppenreisen können Sie die raue Schönheit der Sierra de San Francisco erkunden:

18 Tage Kupfercanyon & Baja California, Zugfahrt – Sierras – Kakteenwildnis
ab € 3860,-
Zeichen für Naturreisen und Naturkundliche Reisen
19 Tage Naturreise Baja California - Wale, Wandern, Wüste & Wildnis
ab € 4370,-
Zeichen für Naturreisen und Naturkundliche Reisen
21 Tage Expedition zwischen Golf von Kalifornien - Pazifik, Sierras, Wüsten, Walbeobachtung
ab € 3820,-
Pictogramm für Expeditionen und Trekkingtouren bei Wigwam
20 Tage Wandern und Natur in der Sonora Wüste - Sierras & Inseln der Baja California
ab € 3.970,-

Es geht los!

Am nächsten Morgen werden Zelte, Schlafsäcke, Kochgeschirr und Lebensmittel für die nächsten drei Tage auf Eselsrücken verladen und schon setzt sich unser Tross in Bewegung. Es geht sehr moderat los. Wir wandern über ein Hochplateau bis wir nach einer knappen Stunde an eine steile Abbruchkante stoßen. Eine gewaltige Schlucht, gespickt mit mannshohen Cardónes-Kakteen (Pachycereus pringlei), Wüsten-Agaven (Agave deserti), knospenden Fass-Kakteen (Ferocactus gracilis) und knorrigen Elefantenbäumen (Bursera microphylla), breitet sich vor uns aus. Was für eine beeindruckende Landschaft.

Abwechslungsreiche Wanderung mit Wigwam Tours

Von nun an geht es einen schmalen und steinigen Pfad bergab. 600 Höhenmeter sind es bis zum Fuße des Canyons. Wir brauchen dafür gut drei Stunden. Immer wieder windet sich der Weg und eröffnet neue Perspektiven auf das unwirkliche, rötlich-graue Bergmassiv. Dann wird es plötzlich grün. Wir erkennen im tief unter uns liegenden Tal Palmen und Orangenbäume. Im Juli/August fließt hier reichlich Wasser. Jetzt, Anfang März, ist das Flussbett ausgetrocknet. In dieser unerwarteten Oase bauen wir für zwei Nächte unser Lager auf. Was für ein paradiesisches Flecken Erde in dieser rauen Wildnis.

Campen in der Wildnis der Baja California

Abends sitzen wir am Lagerfeuer und hören gebannt den Geschichten unserer Rancheros zu. Walter, unser Guide, hilft beim Übersetzen. Stolz erzählen sie, dass sie von den Cochimí abstammen, den Ureinwohnern der Baja California und dass sie sich gut in der Heilwirkung der sie umgebenen Pflanzen auskennen. Außerdem erfahren wir, dass sie bis heute nicht religiös sind und keine Gottheiten verehren, obwohl die spanischen Missionare, die im 17. Jahrhundert nach Mexiko kamen, immer wieder versucht haben, ihr Volk zu bekehren. Auch darauf sind sie stolz.

Auf Wanderungen kommen Sie der Tierwelt besonders nahe

Üppige Vegetation am Fuße des Canyons

Am nächsten Tag wandern wir über große, rundgewaschene Steine durch das ausgetrocknete Flussbett. Die Szenerie und das Farbenspiel sind grandios. Die von der Sonne angestrahlten Berge, kleine Wassertümpel, in denen sich die Palmen spiegeln, der blaue Himmel im Kontrast zum schroffen Gestein. Wir können uns gar nicht sattsehen und bleiben oft stehen, um Fotos zu machen. Wir beobachten Truthahngeier, Kolibris und Rote Kardinäle und lernen einen Baum kennen, dessen Pflanzenteile zu einem heilenden Sud gegen Klapperschlangenbisse verkocht werden können.

Berglandschaft auf der Baja California

Das Erbe der Ureinwohner

Unser heutiges Ziel sind die 7.500 Jahre alten Felsenmalereien der Cochimí, die zum UNESCO-Welterbe zählen. Die „Pinturas“ liegen versteckt in Höhlen und Felsvorsprüngen und sind nur schwer zu erreichen. Wir kraxeln teilweise auf allen Vieren und helfen uns gegenseitig über die schwierigsten Passagen. Der beschwerliche Aufstieg wird belohnt mit fantastischen Ausblicken sowie den eindrucksvollen und gut erhaltenen Darstellungen von menschlichen Figuren, verschiedenen Tierarten und Pflanzen sowie geometrischen Mustern. Es dominieren rot-braune und schwarze Abbildungen, aber auch weiße Konturen und gelbe Flecken sind zu erkennen. Oft überlappen sich die Bilder, manche wirken gemalt, andere wie graviert. Die prähistorischen Kunstwerke bieten einen einzigartigen Einblick in das tägliche Leben und die kulturelle Vergangenheit Mexikos. Wir erkennen Jagdszenen, Schamanen mit hocherhobenen Armen, Hirsche und Schildkröten, anderes ist nicht so deutlich zu erkennen und lässt Raum für Spekulationen.

Die „Cueva Pintada“ gehört zum UNESCO-Welterbe

Wir besichtigen mehrere Höhlen, eine der beeindruckendsten ist sicher die „Cueva Pintada“, und lassen uns viel Zeit bei der Betrachtung der unterschiedlichen Abbildungen. Dank der ausführlichen Erläuterungen von Ramón, der wirklich für die Geschichte seiner Vorfahren brennt, bekommen wir eine ganz gute Vorstellung über die Intention der „Künstler“ und ihrer Maltechniken.

Die Pinturas der Cochimí gehören zum UNESCO-Welterbe

Geschafft...

Am nächsten Tag geht es zurück zur Rancho Guadalupe. Wir starten früh, um noch vor der Mittagshitze wieder oben zu sein. Mir graut ein bisschen vor dem steilen Anstieg, aber wir sind alle fit und managen die Herausforderung ohne Probleme. Wir verabschieden uns ein wenig wehmütig von unseren Begleitern, die ihre Esel und Maultiere ebenfalls wieder heil nach Hause gebracht haben. Erstaunlich, wie zäh die Tiere sind, stoisch und trittsicher haben sie die steinigen Pfade gemeistert.

In Begleitung von Rancheros durch die Sierra de San Francisco

Nach ein paar Stunden Fahrt erreichen wir am Nachmittag die Stadt San Ignacio, wo wir uns über eine Nacht im Hotel freuen. Im Ort gibt es, neben einer schönen Missionskirche, auch Eis, Cappuccino und frische Datteln. Obwohl es uns die letzten Tage an nichts gefehlt hat, machen wir uns alle mit Heißhunger über diese unerwarteten Köstlichkeiten her.

Trekking und Naturerlebnis auf der Baja California

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Christiane Heckenbach