Bryce Canyon

Am Rand des 2.500 m hohen wüstenhaften Paunsaugunplateaus im Süden des Bundesstaats Utah zieht sich die 30 km lange form- und farbenprächtige Verwitterungszone des  145 Quadratkilometer großen Bryce Canyon Nationalparks hin. Je nach Konzentration und Zusammensetzung der dem Gestein als Bindemittel dienenden Eisen- und Manganoxyde und dem Einfallswinkel des Lichtes erscheinen die Gesteinsformationen violett, rosarot, rot, orange, gelb oder weiß. Der Bryce Canyon selbst ist nur ein kleiner, aber der schönste Teil des Parks. Der Plateaurand bildet hier ein halbkreisförmiges Becken, das in Hunderte von kleinen, strahlenförmig angeordneten Tälern und Schluchten aufgeteilt ist, deren Wände aus tausenden von Kalkfiguren bestehen. Der Plateaurand weicht durch die rasch voranschreitende Verwitterung um etwa 1 cm pro Jahr zurück.

Die bizarren Verwitterungsformen des Parks befinden sich in der sogenannten Wasatch Formation, einer erdgeschichtlich jungen, 150 bis 250 m dicken, tonigen Kalksteinschicht. Ihrer Rotfärbung wegen wird die Schicht zu den Pink Cliffs, den rosaroten Klippen, gezählt. Plattentektonische Aktivitäten führten vor etwa 65 Mio. Jahren zu den Gebirgsbildungen westlich und vor allem östlich des Coloradoplateaus, zu dem das Parkgebiet gehört. Dieses bedeckte in jener Zeit ein riesiger Süßwassersee, in welchem Flüsse von den jungen Gebirgen Verwitterungsmaterial in Form von Schlamm und Sand deponierten. Die Ablagerungen verfestigten unter dem Gewicht immer neuer Ablagerungsschichten zu Stein. Vor etwa 17 Mio. Jahren begann sich, wiederum im Zuge plattentektonischer Vorgänge, das Coloradoplateau zu heben bzw. zu bilden. Die Sedimentdecke wurde schubweise unterschiedlich stark um bis zu 3.000 m angehoben. Dies hatte zur Folge, dass die waagrechte Gesteinsschichtung vor allem im Westteil des Plateaus in mehrere riesige, verschieden hohe Blöcke zerfiel. Einer dieser Blöcke ist das Paunsaugunt Plateau, in dessen Rand sich der sonnte Bryce Canyon herausgebildet hat. Durch die Hebung des Geländes war der See abgeflossen und hatte das weiche Gestein der rasch voranschreitende Verwitterung ausgesetzt.

Die ersten nachweisbaren Bewohner des heutigen Parkgebietes waren Anasazi-Indianer. Sie bebauten die Flusstäler und leben in Felsnischen. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts verließen sie aus ungeklärten Gründen die Gegend. Als die ersten spanischen Missionare und Entdecker 1776 in die Gegend kamen, fanden sie friedfertige, freundliche Paiute-Indianer vor. Die erste überlieferte Beschreibung des Bryce Canyons stammt von Ebenezer Bryce, einem Mormonensiedler, der 1874 zusammen mit anderen Familien in dieser kargen Gegend sein Farmerglück versuchte. Er fand den nach ihm benannten Canyon „a helava place to lose a cow“, einen höllischen Ort, darin eine Kuh zu verlieren. 1928 wurde das Gebiet zum Nationalpark erklärt. 

Grand Canyon

Der Grand Canyon Nationalpark im Nordwesten Arizonas zählt zweifellos zu den beliebtesten Reisezielen Nordamerikas. Der Canyon ist zwischen 6 und 30 km breit, 1600 km tief und innerhalb des Parks 160 km lang. Er ist das Meisterwerk des Colorado Rivers, der sich im Laufe der Jahrmillionen durch die roten, gelben, grauen, braune, grünen und schwarzen Schiefer-, Granit-, Kalk- und Sandsteinschichten hindurchgearbeitet hat. Je nach Lichteinsfall kann sich die Färbung dieser Gesteinsschichten innerhalb von Minuten verändern.  

Der unterste Teil des Canyons, die sogenannte „Inner Gorge“, setzt sich aus 2 Mrd. Jahre altem, von rosaroten Granitadern durchsetztem Schiefer, Überresten eines 1,2 Mrd. Jahre altem Kalkalgenriffs, rotem Schiefer und hartem, klippenbildendem Quarzsandstein zusammen, die vor etwa 700 Mio. Jahren zum letzten Mal zu Gebirge gefaltet und schließlich zur Ebene abgetragen worden sind. Brauner Sandstein bildet den Rand der Gorge. Er wird überdeckt von einer etwa 120 m hohen grünen Schieferschicht. Es folgt eine poröse Kalkschicht aus der in großen Fällen gespeichertes Regenwasser in den Canyon stürzt. Die auffälligste Gesteinsschicht ist die durchschnittlich 220 m hohe rote Kalksteinschicht in der Mitte der Canyonwand. Die klippenbildende, teilweise überhängende Schicht besteht aus den Kalkskeletten von Meeresorganismen. Die Rotfärbung stammt von Eisenoxyden aus der darüberliegenden Gesteinsschicht. Der rote und gelbe Sandstein mit der Kalksteinmittelschicht und der harte, klippenbildende sogenannte Kaibab Kalkstein bilden den obersten Canyonrand.

In Höhlen des Canyons fand man mehrere tausend Jahre alte Gegenstände und Felsmalereinen archaischer Indianer. Man nimmt an, dass diese Menschen im Canyon jagten, Salz gewannen und sich zu religiösen Riten, dorthin zurückzogen. Die Havasupai-Indianer, die noch heute im Canyon leben flohen im 12. Jahrhundert vor feindlichen Plateau-Indianern in eines der zahlreichen Seitentäler des riesigen Canyons. 1540 erreichten die ersten spanischen Entdecker und Abenteurer den Südrand, die den Grand Canyon allerdings als Hindernis und unüberwindbar betrachteten. Erst die Flussexpeditionen des ehemaligen Majors und Lehrers John Wesley Powell von 1869 und 1871 haben den Grand Canyon, benannt nach dem zu ihm durchfließenden Grand River – 1921 in Colorado River umbenannt - in das Bewusstsein der Amerikaner gebracht. Als sich der Nationalparksservice 1908 am South Rim zu installieren begann, waren die Canyonwände voller Minenschächte und Saumpfade, und es bestanden über 300 verbriefte Abbaurechte für Kupfer, Asbest, Blei und anderes, bevor der Canyon 1919 zum Nationalpark erklärt wurde. 

Yosemite Nationalpark

Kaliforniens berühmtester und beliebtester Nationalpark ist ein in der mittleren Sierra Nevada gelegener Gebirgspark. Den gletschergeformten, bewaldeten Talboden des Yosemite Valley säumen senkrechte, teilweise über 1.000 m hohe Granitwände. Bis zu 740 m hohe Wasserfälle stürzen in die Tiefe. Ein Netz von Wanderwegen führt über 1.200 km durch tierreiche Nadelwälder, kühle, schattige Täler, entlang von Wildbächen, über Wiesen und Matten zu kleinen Firnseen, auf Bergrücken und zu Aussichtspunkten.

Die kalifornische Sierra Nevada, in der der Park liegt, ist eine 500 km lange und über 100 km breite Gebirgskette. Ihre Bildung erfolgte in den vergangen 180 Mio. Jahren als Folge plattentektonischer Vorgänge. Seit rund 180 Mio. Jahren wandert der nordamerikanische Kontinent nordwestwärts über die Pazifikplatte hinweg, die unter den Kontinentalrand gestoßen und im Erdinnern aufgeschmolzen wird. Dies bewirkte im Bereich der heutigen Sierra Nevada in einem Zeitraum von etwa 100 Mio. Jahren tiefe vulkanische Aktivitäten. In Abständen drangen riesige Magmamengen aus dem oberen Teil des Erdmantels in die Erdkruste vor und erstarrten zu Graniten. Vor 17 Mio. Jahren begann sich der westliche Teil des nordamerikanischen Kontinents als Folge tektonischer Bewegungen zu heben und zu dehnen. Im Bereich der heutigen Sierra Nevada wurden die Gesteinsschichten stark verworfen. Das Gelände wurde im Osten um mehrere tausend Meter angehoben, während es sich nach Westen hin senkte. Mit der Hebung des Geländes wurde das Gefälle der nach Westen fließende Gewässer erhöht. Die Flüsse fraßen tiefe V-Täler in die Gesteinsschichten, die die Eiszeitgletscher in den vergangenen 2 Mio. Jahren zu den heutigen U-förmigen Gletschertälern ausweiteten. An vielen Orten im Park kann eine eigenartige Verwitterungsform, die sogenannte Exfoliation, beobachtet werden, das schalenartige „Abblättern“ des Granits zu den heutigen kuppen- und halbdomförmigen Bergen als Folge der Entspannung des Tiefengesteins.

Im Südwesten der Parks wurden archäologische Funde gemacht, deren Alter auf 4.000 Jahre  geschätzt wird. Zur Zeit der Eroberung des amerikanischen Westens pflegten Miwok-Indianer im kühlen Yosemite Valley und auf den Weiden des heutigen Parkgebietes die heißen Sommermonate zu verbringen. Mit den Weißen kamen sie 1848 in Berührung, nachdem im Südwesten des Parks Gold gefunden worden war. Binnen kurzer Zeit überschwemmten Goldsucher die Gegend und machten den Indianern den Lebensraum streitig. Ein Feldarzt, der in dem folgenden Indianerkrieg eine Einheit begleitete, war von der stillen Erhabenheit des Tales tief beeindruckt und benannte es zu Ehren der bereits dem Untergang geweihten Miwok-Indianer in deren Sprache „uzumatis“ – was so viel wie Grizzlybär heißt – was zu „Yosemite“ wurde. Berichte über die Schönheit des Tales zogen Naturliebhaber an und bereits 1855 kamen die ersten Touristen angereist und 35 Jahre später wurde das Gebiet zum Nationalpark erklärt.