Kluane Nationalpark

Der Kluane-Nationalpark umfasst ein Gebiet von 22.016 Quadratkilometern und wurde 1976 gegründet. Zu ihm gehört der höchste Berg Kanadas: Der Mount Logan mit einer Höhe von 5.959 m. Rund 80 % seiner Fläche sind vom Kluane Icefield und den von diesem gespeisten Gletschern bedeckt. Der Park ist der viertgrößte in Kanada und der größte im Yukon. Große Teile sind 1979 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt worden.

Der Namensgeber des Nationalparks ist der Kluane Lake, mit 405 Quadratkilometern  und einer Länge von etwa 70 km der größte See, der ganz im Territorium Yukon liegt. Das Schmelzwasser des Kaskawulsh-Gletschers fließt unter anderem über den Slims River in den See. Der Abfluss des Sees ist der Kluane River, der über den Donjek River, den White River und den Yukon River das Beringmeer erreicht. Noch vor 300 bis 400 Jahren floss der damalige Slims River in die entgegengesetzte Richtung und entleerte den Kluane Lake auf 225 km Länge in den Pazifik. Nachdem der Kaskawulsh-Gletscher sich immer weiter ausdehnte und schließlich das Tal blockierte, stieg der Wasserspiegel im See über 10 Meter an, bis er einen neuen Abfluss (Kluane River) im Nordwesten fand und den See nun über Donjek River und White River mit dem Yukon River verbindet. Das Wasser des Kluane Lake fließt seitdem eine zehnmal längere Strecke um zum Meer zu gelangen.

Mittlerweile hat sich das Bett des neuen Abflusses so tief ausgespült, dass der Wasserspiegel des Sees wieder auf alter Höhe ist. An den Berghängen kann man in der entsprechenden Höhe noch Spuren des alten Wasserstandes erkennen. Der Alaska Highway überquert das riesige ehemalige Bett des Slims River, das heute vom A'ay Chu River in entgegengesetzter Richtung genutzt wird. Der Gletscher selbst hat sich mittlerweile zurückgebildet und das Tal zum großen Teil wieder freigegeben, der Wasserfluss blieb seitdem aber unverändert.

Banff Nationalpark

Der älteste und bekannteste Nationalpark Kanadas fing vor 600 Mio. Jahren an sich zu entwickeln, als sich in küstennahen Ozeanen Sedimente ablagerten und zu Kalkstein umwandelten. Vor 200 Mio. Jahren brach der Kontinent Pangea auseinander und Nordamerika begann westwärts zu wandern. Nach 25 Mio. Jahren stieß es mit einer ozeanischen Platte zusammen und durch den Druck falteten sich die weichen Sedimente auf. Erst vor 120 Mio. Jahren wurde die Hauptkette des Banff-Nationalpaks allmählich gehoben. Als vor 85 Mio. Jahren eine weitere Auffaltung begann, wurde die Berge der „Front Range“ zusammen mit den Küstenbergen von British Columbia gebildet. So entstanden drei parallel zueinander laufende Gebirgsketten, die „Front Range“, die „Main Range“ und die „Western Range“. Den Feinschliff erhielten die Gebirge während der letzten vier Eiszeiten die vor 20 Mio. Jahren begannen und erst vor wenigen Jahrtausenden endeten. Noch vor 8.000 Jahren lag das  Bow Valley unter einer 800 m dicken Eisschicht verborgen. Nur die höchsten Gipfel ragten aus dem gefroren „See“ und zahlreiche Formationen deuten heute noch auf die Vergletscherung hin: U-Täler, Bergspitzen mit pyramidenförmigem Aussehen und Moränenwälle.

Aber auch die Ureinwohner hinterließen ihre Spuren in der Landschaft. In der Nähe der Vermilion Lakes wurde in Camp ausgegraben, das 10.500 Jahre alt ist und von vorgeschichtlichen Stämmen betrieben wurde.

Um 1880 fanden durch den Bau der Eisenbahnlinie erste starke Veränderungen und Eingriffe in die Gebirgsnatur statt. Nur fünf Jahre später wurde das Gebiet zu einem Nationalpark. Bald entstanden die schlossähnlichen Luxushotels Banff Springs und Chateau Lake Louise, und die Weichen für einen stets zunehmenden „Natur-Tourismus“ wurden gestellt. Heute besuchen 10 Mio. Menschen jährlich die Rocky Mountain Parks und Banff gilt als das Garmisch-Partenkirchen Kanadas.

Der Park umfasst drei Vegetationszonen: montanen Nadelwald, subalpinen Gebirgswald und alpine Tundra. 

Lake Louise

Der Lake Louise liegt in der kanadischen Provinz Alberta im Banff-Nationalpark. Es ist ein Ort für Freizeitaktivitäten wie Wandern, Klettern, Skifahren und Kanu-Fahren. Die türkisblaue Farbe des Sees stammt von Steinmehl, das von Gletscherschmelzwasser in den See gespült wird und auch als „rock flour“ oder „glacial flour“ bezeichnet wird. Der Victoriagletscher ist wohl eines der meistfotografiertesten Motive des Nationalparks mit dem See im Vordergrund.
Lake Louise ist nach Prinzessin Louise Caroline Alberta, einer Tochter von Königin Victoria benannt.

Hinter dem Lake Louise erheben sich einige schneebedeckte Berge wie Mount Temple (3.543 m), Mount Whyte (2.983 m) und Mount Niblock (2.976 m).
Am Ostufer des Sees steht das Château Lake Louise, ein elegantes Fünf-Sterne-Hotel. Es wurde 1890 als bescheidenes Chalet erbaut und später zu einem zweistöckigen Hotel ausgebaut, das zu einem Zentrum für Kletterexpeditionen wurde. Eine Feuersbrunst 1924 zerstörte das Schlosshotel, welches durch die heute noch bestehende Konstruktion ersetzt wurde.

Der nahe gelegene Morraine Lake gilt als kleiner Bruder des bekannten Sees, steht ihm aber in Schönheit nicht nach. 

Vancouver

Vancouver liegt im Südwesten British Columbias an der Westküste Kanadas, rund 45 Kilometer nordwestlich der Grenze zu den USA. Die Stadt wurde nach dem britischen Kapitän George Vancouver benannt, der die Region Ende des 18. Jahrhunderts erforschte und vermaß. Dessen Nachname Vancouver selbst stammt vom niederländischen „van Coevorden“, abgeleitet von der Stadt Coevorden.

Die Stadt entstand in den 1860er Jahren als Folge der Einwanderungswelle während des Fraser-Canyon-Goldrauschs und entwickelte sich nach der Eröffnung der transkontinentalen Eisenbahn innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer Metropole. Die Wirtschaft basierte zu Beginn auf der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen von British Columbia: Forstwirtschaft, Bergbau, Fischerei und Landwirtschaft. Der Hafen Vancouver erlangte nach der Eröffnung des Panamakanals internationale Bedeutung. Er ist heute der Größte in Kanada und exportiert mehr Güter als jeder andere Hafen in Nordamerika.

Vancouver wandelte sich mit der Zeit zu einem Dienstleistungszentrum und zu einer Tourismusdestination (insbesondere nach der Weltausstelllung 1986). Die Stadt ist darüber hinaus hinter Los Angeles und New York der drittwichtigste Standort der nordamerikanischen Filmindustrie und wird daher auch als „Hollywood North“ bezeichnet. Besonders beliebt ist der historische Stadtteil Gastown, der auch bei den Besuchern punktet. 

Dempster Highway

Große Teile des Highways folgen einem früheren Pfad der Gwitchin-Indianer, der später auch als Hundeschlittenweg genutzt wurde. Benannt wurde der Highway nach Inspektor William John Duncan Dempster der Royal Canadian Mounted Police, ein junger Polizist, der mit seinen Schlittenhunden häufig den Weg zwischen Dawson City und Fort McPherson, Northwest Territories benutzte. Dempster und zwei weitere Polizisten wurden im März 1911 mit einer Rettungsmission beauftragt und sollten Inspektor Francis Joseph Fitzgerald sowie drei seiner Männer finden, da diese nie auf ihrer planmäßigen Winterpatrouille in Dawson City angekommen waren. Dempster und seine Kollegen fanden die Anfang Februar Verstorbenen schließlich am 21. März 1911 nur wenige Meilen von Fort McPherson, Northwest Territories entfernt und beerdigten sie.

Am 17. August 1958 ließ die kanadische Regierung verlauten, dass man Ölvorkommen in den Eagle Plains gefunden habe, und vergab Konzessionen an die Ölindustrie, um noch größere Vorkommen in der Region zu entdecken. Man hat festgestellt, dass ein Highway über den Polarkreis nötig war, um Material und Infrastruktur zu den Ölvorkommen transportieren zu können. Konsequenterweise wurde der Bau im Januar 1959 in Dawson City in Angriff genommen. Die hohen Baukosten und Diskussionen zwischen der kanadischen Regierung und derjenigen des Yukon-Territoriums sorgten dafür, dass der Bau bis 1961 nur sehr langsam vorankam bis der Bau vollends eingestellt wurde, obwohl erst 115 km der Straße gebaut waren.

Bis 1968 wurden keine Fortschritte gemacht, bis riesige Öl- und Gasvorkommen in Prudhoe Bay, Alaska, gefunden wurden. Dies führte zu einem verstärken Wettrennen zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten. Die kanadische Regierung befürchtete, dass die USA das Ölfeld ohne Rücksichtnahme auf ihre Nachbarn erschließen könnten. Die Regierung wollte die kanadische Souveränität vor der Küste Yukons in der Beaufortsee bewahren.

Der Dempster Highway, die einzige kanadische Allwetterstraße nördlich des Polarkreises, wurde am 18. August 1979 in Flat Creek, Yukon, offiziell eröffnet. Allerdings ist die Straße nur etwa 10 Monate im Jahr durchgängig befahrbar. In der schneefreien Zeit im Juli und August rücken Arbeiterkolonnen der Piste auf den Schotter, um die Schlaglöcher auszubessern.
Zu dieser Zeit ist der Highway "bevölkert" von Touristen.
Bevölkert heißt hier, es taucht ungefähr einmal pro Stunde ein Fahrzeug auf, zwei sind seltener Zufall.

Yukon Territory

Yukon ist ein Territorium im äußersten Nordwesten Kanadas mit einer Fläche von 482.443 Quadratkilometern. Im Westen grenzt das Territorium an Alaska (Vereinigte Staaten), im Osten an die Nordwest-Territorien und im Süden an die Provinz British Columbia. Der Arktische Ozean bildet die Nordgrenze. Etwa drei Viertel der rund 34.000 Einwohner leben in der weit im Süden gelegenen Hauptstadt Whitehorse. Von den Einwohnern des Territoriums zählen rund 8.800 zu den 16 First Nations.

Im Südwesten des Territoriums liegt der mit 5.959 Metern höchste Berg Kanadas, der Mount Logan. Er ist nach dem 6.194 Meter hohen Mount McKinley in Alaska der zweithöchste Berg Nordamerikas.

Seit mindestens zwölf Jahrtausenden leben Menschen in Yukon. Für diese Zeit lassen sich die Vorfahren der heutigen Indianer nachweisen, die der athabaskischen Sprachfamilie angehören. Sie lebten bis Mitte des 20. Jahrhunderts nomadisch, wobei sie die Winter in immer denselben Dörfern verbrachten. Nach frühen Handelsbeziehungen, bei denen Pelze im Mittelpunkt standen, brachten Goldfunde am Klondike für kurze Zeit mehr als 100.000 Einwanderer in das dünn besiedelte Gebiet. Heute leben die Yukoner überwiegend von Tourismus, Rohstoffindustrie und Dienstleistungen, die Jagd spielt nur noch bei wenigen indigenen Gruppen eine Rolle.

Nisutlin River

Der Nisutlin River ist ein rechter, 241 km langer Zufluss des Teslin River in Kanada und zählt zum Flusssystem des Yukon River.

Die Quelle des Nisutlin Rivers befindet sich in Yukon nördlich des Nisutlin Plateaus in den Pelly Mountains, die einen Teil der Rocky Mountains darstellen. Anfangs verläuft der Fluss in südwestlicher und dann in südlicher Richtung durch die Gebirgswelt des Hochplateaus. Schließlich fließt er im Rahmen eines kleinen Mündungsdeltas in den größten Ostarm des Teslin Lake, der auf der Grenze zu British Columbia liegt. Er fließt etwa in der Mitte des Sees in den Teslin River, der den See in Südost-Nordwest-Richtung durchfließt. An seiner Mündung in den Teslin Lake liegt die 54.880 Quadratkilometer große „Nisutlin River Delta National Wildlife Area“.

Rund 190 km weiter nordwestlich bei Hootalinqua (indianisch „Zusammenfluss zweier großer Flüsse“) mündet der Nisutlin und Teslin River in den Yukon River.

Von allen Zuflüssen des Yukon Rivers ist die Quelle des Nisutlins am weitesten von der Yukon-Mündung am Beringmeer entfernt. Sie ist auch deutlich weiter von dieser Mündung entfernt, als dessen eigentliche Quelle. Daher kann der Nisutlin, der zwar bei weitem nicht der längste Zu- bzw. Nebenfluss des Yukons ist, als dessen tatsächlicher Quellfluss betrachtet werden. Er bildet somit den Flusslauf Nisutlin–Teslin–Yukon.

Der Nisutlin River durchläuft ausgedehnte Hochgebirgsnadelwälder in unbewohnter Wildnis. Zur reichhaltigen Fauna der Gebirgswelt, die der Fluss durchfließt, gehören unter anderen Adler, Biber, Elch, Bären, Rentier und Wolf sowie Wasser- und Zugvögel. In seinem Wasser lebt eine reichhaltige Fischwelt wie zum Beispiel Hechte und Seeforellen.