Kamtschatka-Bär

In Kamtschatka lebt die weltweit größte Braunbären-Population. Darüber hinaus gehören die Kamtschatka-Bären mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 2,5 Meter und einem Gewicht von 600 Kilogramm zusammen mit den Kodiak-Bären zu den größten Exemplaren ihrer Art.

Die Fellfarbe variiert von einem dunklen Braun-Ton bis zu einem fast kompletten Schwarz. Der Körper ist robust und stämmig gebaut. Die Füße enden in fünf Zehen, die mit massiven Krallen versehen sind. Die Krallen können nicht eingezogen werden. Der rundliche Kopf ist massig und sitzt auf einem mächtigen Nacken.

Das Nahrungsangebot an Pflanzen- und Eiweißkost ist ausgesprochen reichhaltig. Im Frühling liegt noch meterhoch der Schnee, aber für die aus dem Winterschlaf erwachenden Braunbären gibt es bereits Gräser und Pflanzen um die heißen Thermalfelder, außerdem aufgetaute Kiefernzapfen und reichlich Meeresgaben wie Fische, Wirbellose oder verendete Meeressäuger. Später kommen Insekten, Larven, Beeren, Wurzeln, Nüsse, Waldfrüchte, Fleisch und Aas dazu.

Vom Hochsommer bis zum Spätherbst genießt der Kamtschatka-Braunbär das „Schlemmerparadies“ der Wildnis mit sechs pazifischen Lachsarten, die alle die Flüsse der Halbinsel zum Laichen hochwandern. Im Sommer und Herbst legt der Kamtschatka-Braunbär eine lebenswichtige Fettschicht für die Winterruhe an und nimmt jeden Tag bis zu einem Pfund zu, bevor er in den kalten Wintermonaten Winterschlaf hält.

Mutnovski-Vulkan

Im Juzno-Kamchatskij-Naturpark ist einer der imposantesten Vulkane Kamtschatkas zu finden: Der Munovski. Er befindet sich im südlichen Teil der russischen Halbinsel. Er zählt zu den aktivsten Vulkanen auf Kamtschatka. Der 2.322 m hohe Vulkan wird auch „der Trübe“ genannt.

Der Vulkan Mutnowksi ist durch vier sich vereinigende Schichtvulkane gekennzeichnet. Der jüngste Vulkankegel Mutnovski IV entstand im frühen Holozän. Die Vulkanaktivität im Holozän war geprägt durch mittelschwere phreatomagmatische Eruptionen. Der Krater des Mutnowski hat einen Durchmesser von bis zu zwei Kilometern und ist teilweise vergletschert.

In seinem Inneren und an den Außenhängen befinden sich zahlreiche Fumarolen, vulkanische Dampfaustrittstellen, und einige kleinere Geysire, weshalb das Gebiet auch als „Kleines Tal der Geysire“ bezeichnet wird.

Am Fuße des Vulkans befindet sich das Geothermie-Kraftwerk Mutnowski. Insgesamt bezieht das Mutnowski-Kraftwerk heißes Wasser aus 17 Bohrlöchern. Das genutzte kalte Wasser wird über sechs Löcher in die Erde zurückgepumpt, damit es erneut durch die Hitze des Schichtvulkans erhitzt werden kann. Das Kraftwerk liefert knapp 30% des Stroms für Kamtschatka und stellt somit einen wichtigen Pfeiler in der Energieversorgung Kamtschatkas dar, da die Energiepreise durch die hohen Transportkosten weit über dem russischen Durchschnitt liegen. 

Kurilensee

Der Kurilensee ist der bekannteste Teil des Juzno-Kamcatskij-Naturreservats. Schon 1882  vom damaligen Zaren als Reservat gekennzeichnet ist der Kurilensee mit 76 Hektar Wasserfläche und einer Tiefe von bis zu 306 m der zweittiefste See Russlands, nach dem Baikalsee. Vor rund 8000 Jahren entstand er nach dem Einbruch der Magmakammer eines ausgebrochenen Vulkans in dessen Krater. Der aus dem See aufragende Basaltschlot zeugt immer noch davon. Der See ist für seinen Reichtum an Lachsen weit bekannt.  Im klaren und kalten Flachwasser laichen mehrere Arten, darunter der Nerka, Gorbusa, Kizuc und der Cavyca. Alle Lachsarten besitzen spezifische Laichzeiten, so dass von Juli bis März Lachswanderungen beobachtet werden können. In manchen Jahren ziehen bis zu sechs Millionen Lachse in den See. Davon profitieren nicht nur die Bären, sondern auch die Seeadler (bis zu 700 Individuen). Heute beeindruckt der Kurilensee in der rauen Tundralandschaft mit einer erstaunlichen Artenvielfalt, sowohl an Lachsarten, als auch an Adlerarten. Es ist einer der besten Orte um die Kamtschatka-Braunbären vor der gigantischen Kulisse der Vulkane Il’inskij und Koseleva beobachten zu können. 

Avatcha Bucht

Die Avatcha Bucht war vor der Linienflug-Ära das Tor nach Kamtschatka. Die ersten Forschungsreisenden entdeckten die Bucht im 18. Jahrhundert und in den 1830ern kartographierte Kapitän Mikhail Tebenkov sie zum ersten Mal.

Am Nordostrand der ungefähr 17.000 Hektar großen Bucht gibt es eine weitere kleine Bucht, die als natürlicher Hafen dient und an deren Ufer die Stadt Petropavlovsk gegründet wurde. Im Süden der Bucht gibt es einen weiteren natürlichen Hafen, der als Militärbasis für einen Teil der russischen Pazifikflotte genutzt wird und während des kalten Krieges einen strategisch wichtigen Standort für Russland bildete. Im Winter friert das Wasser dort nicht zu, weshalb sie für Boote bei Unwettern idealen Schutz bietet. Die drei herausragenden Felsen am Eingang der Bucht werden „Tri Brata“ genannt, die drei Brüder.