Cardón-Kaktus

Das säulenförmige Gewächs ist ein lebender Wasserspeicher. Wenn es regnet, bilden die meisten innerhalb weniger Stunden neue Wurzelfasern, um so viel Feuchtigkeit wie möglich zu binden. Sie breiten sich in alle Richtungen aus und formen eine Art Matte um den Kaktus zu stützen und zu ernähren. Diese nur wenig unter der Bodenoberfläche liegenden Wurzeln erlauben dem Kaktus ein rasches Aufnehmen des Regenwassers bevor es verdunstet.

Bei Regen dehnt der Cardon die senkrechten Falten, die längs um seinen Stamm angeordnet sind, aus. Mit seiner so vergrößerten Oberfläche, nimmt er so viel Wasser wie möglich auf. Dies wird auch als das „Ziehharmonika-Prinzip“ bezeichnet. Ein großer Stamm kann mit seinem porösen Gewebe einige tausend Liter Wasser speichern. Ihre Fähigkeit eine große Menge Wasser aufzunehmen, erlaubt ihnen lange Trockenzeiten zu überleben. Einige hundert Jahre können sie alt werden, Prachtexemplare werden über 19m hoch und wiegen mehrere Tonnen.

In den trockenen Monaten Mai und Juni kommt es bei dem Cardón-Kandelaberkaktus zu einer herrlich weißen Blütenpracht. Mit ihrem Nektar bieten sie Insekten, Vögeln und Fledermäusen Nahrung. Im Gegenzug werden sie bestäubt. Aus den Blüten entstehen saftige Früchte, die einer noch größeren Vielzahl an Lebewesen wie Leguanen Nahrung und Feuchtigkeit liefern, bis die Sommergewitter einsetzen.

Tequila

Die Agave gehört zu den Gewächsen, die sehr vielfältig nutzbar ist. Die Sisalagave dient hauptsächlich zur Herstellung von Bindegarn sowie allem, dass sich daraus fertigen lässt wie zum Beispiel die berühmte mexikanische Hängematte. Zum anderen kann man den süßen Saft auch als Agavensirup verwenden, fermentiert hingegen ist er ein Rauschgetränk mit teilweise rituellem Charakter. Heute wird er zum Großteil destilliert und als Mezcal verkauft. Der Bekannteste ist der Tequila, welcher in der Nähe der Stadt Tequila gebrannt wird. Hierzu benutzt man ausschließlich die Blauen Agave.

Der Mezcal wird manchmal mit einer Mottenraupe in der Flasche angeboten, was oftmals als „Wurm“ bezeichnet wird. Eine Geschichte besagt, dass ursprünglich kleine illegale Destillerien die Raupe in die Flaschen gaben, um das Destillat zu überprüfen. Zersetzte sich die Raupe, war das Destillat misslungen. Wurde sie dagegen konserviert, deutete es darauf hin, dass der Mezcal für Menschen genießbar war.

Kupfercanyon

Mitten durch die westliche Sierra Madre im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua verläuft der Barrancas del Cobre – auch Kupfer Canyon genannt. Die Kupfer-schluchten wurden über Jahrhunderte hinweg durch den hier verlaufenden Fluss aus dem Vulkangestein gewaschen und geformt. Der tiefste Punkt liegt 500 Meter über dem Meeresspiegel, der höchste Gipfel misst 2.528 Metern und somit ist der Kupfer Canyon noch tiefer als der wesentlich bekanntere Grand Canyon. Durch diese faszinierende Canyon Landschaft führt seit dem 22. November 1961 eine Bahnlinie. 65 Jahre brauchte man bis zur Fertigstellung. Auf rund 655 Kilometern passiert der Zug nicht nur die landschaftlichen Highlights, sondern windet und bohrt sich über 37 Brücken und durch 86 Tunnel – darunter der 937 m lange La-Pera-Tunnel – bis auf eine Höhe von 2.439 m. Die herausragende Streckenführung kann als Musterbeispiel für kreative Ingenieurskunst angesehen werden. Wenn alles planmäßig verläuft, schafft man die berühmte Strecke in 15 Stunden und hat immer wieder atemberaubende Aussichten.

Besonders interessant ist die Fahrt von der Zugstation in Creel. Es geht zuerst bergauf, bis nach Los Ojitos. Bizarre Felsen prägen den höchsten Punkt der Reise. In Divisadero hält der Zug für 20 Minuten, damit alle Passagiere einen Blick über die 1.500 m steil abfallenden Felshänge werfen können. Gischtschäumende Wasserfälle und gewaltige Canyons säumen den Weg.

Manche Gegenden laden zu Wanderungen direkt am Rande des Canyons ein. Immer wieder eröffnet sich ein gigantischer Blick und mit jedem Schritt ändert sich das Bild auf das eindrucksvolle Schluchtensystem. Hier trifft man auch auf die Tarahumara Frauen, gekleidet in farbenprächtige Röcke, mit ihren Babys auf dem Rücken, sitzen sie und flechten Körbe. Eine Zugfahrt die an Höhepunkten, Fotomotiven und Ausblicken unvergleichbar ist und auf jede Reiseliste gehört.

Grauwale

Grauwale leben einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen. Sie wandern jährlich zwischen den Nahrungsgründen der kalten Gewässer und den Tropen hin und her. Dabei legen Grauwale einige Tausend Kilometer zurück. In den tropischen Gewässern erfolgt die Geburt und Aufzucht der Kälber. Ein Weibchen bringt nach einer Tragezeit von rund 380 Tagen nur alle zwei Jahre ein Jungtier zur Welt. Unmittelbar nach der Geburt drückt das Muttertier ihr Kalb an die Wasseroberfläche, damit es die ersten Atemzüge machen kann. Aufgrund der 60 Prozent fetthaltigen Milch wachsen Jungtiere sehr schnell heran. Grundsätzlich ernähren sich Grauwale von kleinen Meerestieren wie Plankton, Weichtieren und kleineren bis mittelgroßen Fischen. Ihr Fressverhalten beruht dabei auf ausgeklügelten Jagdstrategien. Grauwale tauchen unter einen Schwarm Fische und lassen Luftblasen in einem Ring um den Schwarm steigen. Die verängstigten Fische rücken näher zusammen und werden dann in großen Portionen vom Grauwal verschlungen.

Der Grauwal kann ein Gewicht von rund 30-35 Tonnen bei einer Körperlänge von 13-14 Metern erreichen. Die mächtige Schwanzflosse kann eine Spannweite bis zu 3,50 Meter aufweisen. Der Grauwal gehört zu den Bartenwalen. Barten sind sehr dünne bis zu 25 cm lange Hornplatten, die dicht aneinander stehen und als Filter für Nahrung dienen. Unter der Haut liegt eine dicke Fettschicht, der sogenannte Blubber, der zum einen als Schutz vor Kälte in den polaren Gewässern dient. Zum anderen wird in diesem fetthaltigen Gewebe Tran gespeichert, das den Grauwalen den entsprechenden Auftrieb im Wasser ermöglicht.

Der Grauwal wurde früher erbarmungslos gejagt, bis an den Rand der Ausrottung. Der berühmt-berüchtigte Walfänger Scammon hatte das Geheimnis der Baja Lagunen entdeckt und die Wale gnadenlos abgeschlachtet, bis es weltweit nur noch etwa 250 Tiere gab. Seit 1946 ist der Grauwal strikt geschützt und konnte sich in der Zwischenzeit wieder so gut erholen, dass Kenner heute der Ansicht sind, dass die Population mit ca. 20.000 Tieren wieder auf dem Stand ist wie vor der Waljagd.

Golf von Kalifornien

Der Golf von Kalifornien ist eine Bucht zwischen dem Festland und der Halbinsel Baja California, die nahezu parallel in nahezu nordsüdlicher Richtung zum Festland verläuft.Die Bucht beginnt kurz hinter der Grenze zu den USA und endet nach rund 1.100 km im Pazifik. Ihre größte Breite beträgt etwa 190 km, an der schmalsten Stelle der Bucht sind es ca. 60 km. Im Jahre 2005 wurden die Inseln und Schutzgebiete des Golfes zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt, damit wurden auch rund 490 km² der Meeresfläche als Schutzgebiet ausgewiesen. Der Golf von Kalifonien besitzt eine Fläche von 160000 qkm. Zu dieser Fläche zählen auch 37 Inseln. Die beiden größten Inseln sind die Isla Ángel de la Guarda mit einer Fläche von 895 km² und Tiburón Island mit einer Fläche von 1208 km². Einige Inseln, darunter auch die Isla Coronado, sind Inseln mit aktiven Vulkanen.