Great Barrier Reef & Daintree Nationalpark

Vor der Küste des Staates Queensland erstreckt sich das bekannteste und größte Korallenriff der Welt, das Great Barrier Reef. Es besteht aus über 2500 Einzelriffen und umfasst eine Fläche von etwa 208.000 qm. Das Riff fußt auf dem australischen Kontinentalsockel und bieten Lebensraum für eine unendliche Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten, deren Formen- und Farbenreichtum das Auge immer wieder von neuem fesselt.

Das Riff begann vor etwa 180 Mio. Jahren zu entstehen, als Australien allmählich in wärmere Gewässer gedriftet ist. Das eigentliche Wachstum setzte dann aber vor etwa 2 Mio. Jahren ein, als durch winzige Korallenpolypen, wirbellose Meerestiere, die aus der Nahrung aufgenommenen Kalk absondern, Kolonien von Polypen entstanden, die allmählich zu einem Korallenstock heranwuchsen. Ein dünner Film bildete sich über ihrer harten Schutzschicht, hält sie zusammen und lässt die Korallenriffs und ein kleines Stück Paradies entstehen. Seit 1981 zählt das Great Barrier Reef zu den UNESCO Weltkulturerben und es finden sich etwa 2000 Fischarten und mehrere 10.000 Spezies wirbelloser Tiere. Geschätzt leben etwa eine halbe Million Tier- und Pflanzenarten im Riff. 

Fraser Island

Rund 270 km nördlich von Brisbane liegt, dicht vor der Küste Queenslands, die etwa 172ha große Sandinsel Fraser Island. Bis auf wenige markante Formationen vulkanischen Rhyolitgesteins im Nordosten und Sedimentgesteins im Westen besteht Fraser Island aus Sand. Dieser Sand, ein Erosionsprodukt der Great Dividing Range, wurde durch Flüsse zum Meer und von dort durch die vorherrschenden Südost-Passatwinde und Meeresströmungen entlang der Küste Richtung Norden transportiert. Schließlich blieb er an einigen herausragenden Felsnasen hängen, baute sich zu Dünen auf und wurde durch Pflanzenbesiedelung stabilisiert. Im Laufe der Jahrtausende erhöhten und formten dann immer neue Dünen das Land. Dieser Prozess, dauert bis heute an und ist zum Teil immer noch gut zu beobachten. Die unteren Schichten verfestigen sich allmählich zu Sandstein, der heute an der Ostküste in Form bizarrer, bunter Klippen zutage tritt. Ihr auffallendes rot-gelbes Farbspektrum verdanken sie eingelagerten Eisenoxiden. Im Kontrast hierzu stehen die weißen Oberflächensande, die die herrlichen, kilometerlangen Strände bilden.

Zu den Hauptattraktionen des Inselinneren zählen über 40 Süßwasserseen, die zwei sehr unterschiedliche Erscheinungsbilder zeigen. So findet man in den tieferen Lagen die als „window lakes“ bezeichneten kristallklaren Grundwasserseen, in den oberen Bereichen dagegen die teerfarbenen „perched lakes“. Diese Letzteren, bis zu 130m hoch gelegenen Seen entstanden über wasserundurchlässigen Schichten von mit Lehm und Torf verbackenem Sand in windgeformter Dünendepressionen. 

Ayers Rock

Im bekanntesten und meistbesuchten Nationalpark Australiens liegt der eindrucksvolle Riesenmonolith Ayers Rock. Der massive, abgerundete Block des Ayers Rock hat einen ovalen Grundriss mit knapp 9 km Umfang und 348 m Höhe über dem Niveau der Umgebung. Das Felsmassiv entstand aus dem Erosionsschutt des einst mächtigen präkambrischen Gebirges der Petermann Range südlich des Lake Amadeus. Verfestigung der abgelagerten Sedimente sowie Abtragung des umgebenden weicheren Gesteins hinterließen schließlich den Inselberg in flacher Landschaft. Der Ayers Rock besteht aus feldspatreichem Sandstein, durchsetzt von Konglomeratbändern aus Quarzkieseln. Erdbewegungen stellten diese Schichten fast senkrecht. Der heute sichtbare Berg ist demnach die gerundete Kante des gekippten Sandsteinblocks, der noch einige hundert Meter in den Erdboden reich. Der relativ weiche Sandstein zeigt markante Verwitterungsformen. Temperaturgegensätze bewirken die Ausdehnung und Abschuppung der äußeren Schicht in Form von „Zwiebelhäuten“. Die Oxidation des im Gestein enthaltenen Eisens an der Luft färbt den Sandstein rot. Auslaugung durch Wasser schuf Löcher und Höhlen wie „Napoleons Hut“ oder das „Gehirn“ und gab dem Ayers Rock sein stellenweise pockennarbiges Aussehen.

Der Ayers Rock ist seit Jahrtausenden Zeremonialstätte der Ureinwohner Zentralaustraliens. Vermutlich leben sie seit mehr als 22.000 Jahren in diesem Gebiet. Jedes Detail des Felsens hat seine Bedeutung in ihrer Religion und Mythologie. Zeichnungen schmücken die Wände der vielen Höhlen.

Die Anangu Aborigines sind die ursprünglichen Hüter des Ulurus (Name der Ureinwohner für den Felsen). William Gosse, der als erster Weißer den Monolith 1873 entdeckte, benannte ihn nach dem damaligen Premier Sir Henry Ayers und somit wurde er als Ayers Rock bekannt. 1985 wurde der Ayers Rock wieder in die Obhut der Anangu zurückgegeben, die ihn nun gemeinsam mit der Nationalparkbehörde „Parks Australia“ verwalten. 

Kangaroo Island

Mit rund 4350 qkm ist Kangaroo Island Australiens drittgrößte Insel. Sie liegt am Rande des St. Vincent Golfs nur etwa 120 km Luftlinie südwestlich von Adelaide. Das leicht gewellte, von einer dicken Lateritkruste überzogene Granitplateau der Insel fällt von den bis zu 200 m hohen Klippen der Nordküste allmählich gegen Süden ab und wird dort von Kalksteinschichten überlagert. Unter den insgesamt 17 Schutzgebieten wurde der Flinders Chase Nationalpark der berühmteste. Der Park hat eine Größe von 326 km² und wurde im Jahr 1919 gegründet. An den Küsten des Parks kommen neuseeländische Seebären, australische Seebären und Seelöwen vor. Auffällige Landsäugetiere sind Kängurus, welche in zwei Arten auftreten, das Westliche Graue Riesenkänguru und das Derbywallaby. Eine rein endemische Landsäugetierart der Insel, die nirgendwo sonst vorkommt, ist die Kangaroo-Island-Schmalfußbeutelmaus. An weiteren Säugetieren kommen Koalas, Schnabeltiere,  Tasmanische Schlafbeutler sowie eine besondere Insel-Unterart des Kurzschnabeligels vor. Die Koalas und Schnabeltiere wurden vom australischen Festland eingeführt. Der Flinders Chase Nationalpark beeindruckt zusätzlich auch mit seinen dichten Wäldern, unberührter Wildnis, weißen Sandstränden, sowie historischen Leuchttürmen. Als historische Gebäude gelten die Cape Borda Lightstation aus dem Jahr 1858 und der 1909 erbaute Cape de Couedic Leuchtturm. Ein weiteres Highlight sind die unterirdischen Kelly Hill Caves mit ihren Stalagmiten und Stalaktiten. Aber auch die Remarkable Rocks und der Admiral’s Arch sind interessante Steinformationen auf Kangaroo Island, entstanden durch jahrhunderte lange Erosion.