Milford Sound

An der Westküste der Südinsel gelegen, stellt der Milford Sound heute eins der berühmtesten Touristenziele Neuseelands dar. Der 17 km lange Fjord wurde jedoch erst im 20. Jahrhundert entdeckt, nachdem der Seefahrer James Cook die Einfahrt in den Fjord als zu gefährlich und auch zu unbedeutend eingeschätzt hatte. Der Name Milford Sound liegt begründet in der britischen Verbindung des Landes, in Wales findet man den Partnerort Milford Haven. Die Maori allerdings haben einen anderen Namen für den Fjord, basierned auf einer alten Sage. Sie nennen den Fjord „Piopiotahi“ nach dem Piopio Vogel, welcher zwischenzeitlich ausgestorben ist. Der Legende nach trauerte er im Fjord um den Gott Maui, als dieser beim Versuch die Unsterblichkeit für die Menschen zu gewinnen starb.

Bis zu 3000 m hohe Berge umgeben den Fjord, welcher während der Eiszeit durch Gletscherbewegungen entstand. Es gibt dort zwei beständige Wasserfälle, die Lady Bowen Falls und die Stirling Falls. Nach heftigen Regenschauern bilden sich hier jedoch viele hunderte kleine Wasserfälle an den steilen Klippen, die den Fjord umgeben. Oft braucht es Tage, bis die kleinen Wasserfälle wieder versiegen. Mit über 6000 mm Niderschlag im Jahr ist dies kein seltenes Phänomen im Milford Sound. Zum Vergleich: Deutschland verzeichnet pro Jahr durchschnittlich 700 mm Niederschlag. 

Kaikoura

Kaikoura ist eine Stadt an der Ostküste der südlichen Insel, die für ihr artenreiches Tierleben bekannt ist. Im 19. Jahrhundert wurde die Bucht für den Walfang entdeckt und die Wirtschaft wuchs, bis 1978 der Walfang in ganz Neuseeland verboten wurde. Die Stadt erholte sich bald von den darauffolgenden wirtschaftlichen Problemen, indem sie sich auf den Ökotourismus ausrichtete. Durch die idealen Bedingungen zur Walbeobachtung stellte sich der Erfolg bald ein und auch heute noch ist die Stadt Vorreiter auf diesem Gebiet. Seit einigen Jahren trägt auch das Delfinschwimmen und das Beobachten von neuseeländischen Seebären seinen Teil zum Erfolg von Kaikoura bei.

Der Name Kaikoura stammt aus der Sprache der Maori und bezieht sich auf eine vorzügliche Mahlzeit aus Krebsfleisch. „Kai“ steht für das Essen und „koura“ für den Krebs, was dort nicht nur die Säugetiere, sondern auch die Seevögel, wie Albatrosse und Sturmvögel, gerne tun. 

Tongariro Nationalpark

Er ist ein Geschenk des Maori-Häuptlings Te Heuheu Tukino IV, der den Park 1887 an das neuseeländische Volk übergab. Gut hundert Jahre später wurde der Tongariro National Park von der UNESCO sowohl zum Weltkultur- als auch zum Weltnaturerbe ernannt.

Smaragdgrüne Seen, blühende Bergwiesen und heiße Quellen umgeben die größten Vulkane der Nordinsel und bieten eine verblüffende landschaftliche Vielfalt. Rauchende Krater, erloschene Lavaflüsse und heiße Quellen bieten ein besonderes Ziel für unvergessliche Wanderungen. Mit 2.797, 2.291 und 1.968 Meter Höhe sind der Ruapehu, der Ngauruhoe und der Tongariro recht beeindruckende Vulkanberge. Das riesige Massiv des Tongariro erstreckt sich über 18 Kilometer Länge und der klassisch kegelförmige Ngauruhoe ist genau genommen einer der übriggebliebenen Ausbruchkanäle des Tongariro. Der Nationalpark ist weltberühmt geworden, als er zur Kulisse für die Film-Trilogie „Der Herr der Ringe“ ausgewählt wurde. Der Ruapehu stellt in den Filmen „Mordor“ und die „Emyn Muil“ dar, die fast perfekte Kegelform des Ngauruhoe bildete die Grundlage für den Schicksalsberg.

Für die Maori haben die Berge in diesem Nationalpark eine enorme spirituelle Bedeutung. Der Legende nach erstarrte der Hohepriester Ngatoroirangi auf einer Erkundungstour durch Tongariro bei einem Schneesturm und bat Hawaiki, das traditionelle polynesische Heimatland der Maori, ihm Feuer zu bringen. Sein Gebet wurde erhört, und über dem Kanal, den wir heute den pazifischen Feuergürtel nennen, brach der Berg aus.

Rotorua

Der Ortsname Rotorua hat seinen Ursprung in der Sprache der Maori. Er setzt sich aus den Worten „rotu“ (See) und „rua“ (zwei) zusammen und bedeutet frei übersetzt „zweiter See“, Der Name bezieht sich auf die zweite Entdeckung eines Sees von Kahumatamomoe, einem Häuptling der Maori. Das heutige Rotorua wurde etwa um 1830 von den Maori gegründet und schon 30 Jahre später war es bedeutender Schauplatz der Neuseelandkriege. Heute gilt Rotorua als „special town district“ was dem Status eines Kurort gleichzusetzen ist.

Im Whakarewarewa Thermal Reservat scheint die Erde ihr Innerstes preiszugeben. Es dampft, zischt, köchelt und gurgelt aus unzähligen Schloten. Insgesamt 7 Geysire stoßen regelmäßig eine heiße Wasserfontäne aus. Der bekannteste und größte ist der Pohutu, dessen Fontäne bis zu 20m in den Himmel schießt. 

Rotorua ist bis heute kulturelles Zentrum der Maori, die ein Drittel der Bevölkerung ausmachen. Sie nutzen die heißen Quellen zum Essen kochen, Badewasser erhitzen und waschen.