Kuna Yala

Die Comarca Kuna Yala ist das Territorium der ca. 55.000 Kuna-Indianer, welches sich auf einem schmalen Küstenstreifen an der nordöstlichen Atlantikküste Panamas und den davor liegenden Inseln des San Blas Archipels befindet. Das Kuna-Volk hat sich seine Unabhängigkeit bewahrt, es funktioniert quasi als Staat im Staat und verwaltet sich autonom unter dem Dach der panamaischen Regierung. So verteidigen die Kunas ihren Anspruch auf eigenes Territorium und ihr Recht auf Selbstverwaltung und führen ein zuweilen strenges Regiment zur Pflege ihrer Kultur. Die Kuna-Indianer, die sich selbst den Namen Dule/Tule bzw. Guna geben, sind einige der wenigen indigenen Kulturen auf dem amerikanischen Kontinent die von der kolonialen Epoche und ihren Folgen kaum berührt wurden. Sie leben schon seit jeher im Einklang mit der Natur und zeigen wenig Bedarf am Lebensstil des 21. Jahrhundert.

Traditionell bauen sie auf dem Festland Getreide an, leben vom Fischfang und vom Verkauf der bunten Mola, der kunstvollen Stoffapplikation, die die Kuna-Frauen in mehrwöchiger Arbeit herstellen. Sie betreiben Handel mit Kokosnüssen, Fischen, Krabben und Hummer. Ihre soziale Gemeinschaft hat matriarchalische Züge; nach der Heirat zieht der Mann zur Familie der Frau.

Der Tourismus im Gebiet der Kuna wird zum Schutz ihrer Identität in bewusste Bahnen gelenkt. So haben die Kuna ein Tourismus-Statut herausgegeben, welches unter anderem Touristen verbietet in Badekleidung durch die Dörfer der Kuna zu laufen. Wer sich den Regeln widersetzt wird der Insel verwiesen. Außerdem sind touristische Hotelanlagen auf den Inseln der Kuna unerwünscht und werden Dank des semiautonomen Status erfolgreich verhindert. Besucher werden herzlich empfangen, natürlich mit Rücksicht auf Land und Leute. 

San Blas Inseln

Der San Blas Archipel vor der nordöstlichen Küste Panamas besteht aus 378 karibischen Inseln und Inselchen, die auf etwa 100 Quadratkilometern verstreut sind und meist nur wenige Bootsminuten vom Festland entfernt liegen. Die meisten dieser paradiesischen und mit Palmen bewachsenen Inseln sind durch Korallenriffe geschützt. Durch die gewollte Isolation der hier lebenden Kuna-Indianer ist die Wasserwelt noch absolut intakt, man findet Korallen, Hummer, Krabben, Muscheln und bunte Fische. Die Mehrheit der Inseln ist unbewohnt, auf einigen der größeren wohnen die Ureinwohner in einfachen Hütten aus Bambus, Schilf und Palmblättern.

Hauptort des Archipels und administratives Zentrum ist El Porvenir, wo sich eine kleine Landepiste für Flugzeuge, ein Hostel und Palmenstrand befinden.

Trekking zur Ciudad Perdida

Ciudad Pérdida (übersetzt: verlorene Stadt) ist neben Machu Picchu eine der größten wiederentdeckten pre-kolumbianischen Städte Südamerikas. Die Ruinenstadt liegt ca. 40 km südöstlich von Santa Marta inmitten der „Sierra Nevada de Santa Marta“ – dem höchsten Küstengebirge der Welt. Sie bedeckt eine Fläche von ca. 2 km² und besteht aus etwa 200 ovalen und runden Terrassen, die durch teils steile, teils ebene Steinwege miteinander verbunden sind. Der Höhenunterschied der einzelnen Terrassen beträgt bis zu zwölf Meter und der heute freigelegte Teil der Stadt liegt zwischen 900 und 1.200 Metern über dem Meeresspiegel. Eine wohl durchdachte Entwässerungsanlage hilft die immensen Regenmassen abzuleiten.

Der Großteil der Stadt wurde zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert errichtet, wenngleich die eigentlichen Ursprünge älteren Datums sind. Die geschätzte Bevölkerungsgröße betrug zu Hochzeiten 2.000–8.000 Angehörige des indigenen Volkes Tayrona die die Stadt kurz nach der Ankunft der Spanier wegen der Ausbreitung von Seuchen aufgeben mussten. Die Spanier selbst haben trotz des Handels mit den Tayrona die Stadt nie betreten.

Erst 1975 wurde die „verlorene Stadt“ durch Grabräuber wiederentdeckt und geplündert. Nach bekannt gewordenen Gräueltaten zwischen den Goldgräbern sandte die kolumbianische Regierung eine archäologische Expedition, die die Stadt vor weiterer Zerstörung schützen sollte. Heute befindet sich in der Stadt ein permanenter archäologischer Stützpunkt. Vom höchsten Punkt, dem Pico Bolivar mit 5.775 m, bis zum Meer der karibischen Küste sind es gerade einmal 50 km Luftlinie.

Die Tayronas hatten eine außergewöhnliche Kultur aufgrund ihres soziokulturellen Systems, ihres hochentwickelten Kunsthandwerkes und ihrer Form zu leben. Aber nicht nur der Ort an sich mit seinen Terrassenanlagen, Brücken, Wegen und Bewässerungskanälen ist außergewöhnlich, auch der Weg dorthin durch verschiedenste Klimazonen ist von unbeschreiblicher landschaftlicher Schönheit.

 

Cartagena de Indias - die Perle der Karibik

Die „Perle der Karibik“, wie Cartagena de Indias genannt wird, ist mit 1,2 Mio Einwohnern die fünftgrößte Stadt Kolumbiens. Mit ihren kräftigen Farben, ausgelassener Stimmung und magischem Karibikfeeling bietet sie ihren Besuchern ein einzigartiges Flair. Von der schönsten Kolonialstadt Südamerikas ließ sich schon der Schriftsteller Gabriel García Márquez in seinem Werk „Die Liebe in Zeiten der Cholera“ inspirieren.

Die Stadt der Mauern wurde 1533 vom spanischen Konquistador Pedro de Heredia auf einer von Mangroven umgebenen Küsteninsel gegründet. Durch die strategische Positionierung an einem großen geschützten Naturhafen und exzellentem Ankerplatz entwickelte sich Cartagena rasch zur prächtigsten und berühmtesten Hafenstadt des spanischen Amerikas. Hier wurde mit Gold, Silber und Edelsteinen der Indianer gehandelt. Diese Güter wurden in die Alte Welt verschifft und im Gegenzug Pferde, Waffen und Rüstungen angeliefert. Fast alle afrikanischen Sklaven setzten zuerst in Cartagena Fuß auf den südamerikanischen Kontinent. Der Reichtum der Stadt lockte auch viele Piraten an – unter anderen Sir Francis Drake und Jean Baptiste du Casse – welche die Stadt mehrfach plünderten. Zum Schutz vor Raubzügen fingen die Spanier bereits im 16. Jahrhundert an Cartagena mit monumentalen Festungsanlagen zu versehen, welche bis ins 18. Jahrhundert ausgebaut wurden. Die insgesamt 11km lange Anlage mit einer 12m hohen und 18m dicken Schutzmauer ist bis heute fast vollständig erhalten. Das als umfassendstes Festungsensemble Südamerikas geltende Bauwerk ist ein herausragendes Beispiel spanischer Militärbaukunst und gehört seit 1984 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Um sich vor Angriffen zu schützen, wurde sogar eine unterseeische Mauer gebaut, welche die größere Bucht der Hafeneinfahrt versperrte und so feindliche Schiffe zwang, in die kleinere Bucht einzufahren und sich damit in die Schusslinie zweier Forts zu begeben.

Die durch die Mauer geschützte Altstadt ist in 3 Zonen eingeteilt: San Pedro mit der Kathedrale und vielen Palästen im andalusischen Stil, San Diego wo Händler und die Mittelklasse lebten und Getsemaní - das Handwerker-Viertel.

Cartagena de Indias war eine der ersten Städte die sich vom spanischen Mutterland lossagte. Hier verfasste Simon Bolivar 1812 das berühmte „Manifest von Cartagena“, worin er für ein souveränes und einiges Amerika eintrat. Besonders in den letzten Jahrzehnten erlebte die karibische Schönheit ein rasantes Bevölkerungswachstum und ist heute das Touristenzentrum Kolumbiens.

Bei einem Bummel durch die steingepflasterten Straßen des historischen Zentrums kann man den Glanz architektonischer Meisterwerke erleben; Kirchen wie „Santo Domingo“ oder „San Pedro Claver“, Kathedralen, Theater, Museen, der Palacio de la Inquisición oder auch zahlreiche Parks und Plätze laden zum Verweilen ein. Vom Hügel La Popa aus kann man einen einzigartigen Ausblick genießen oder sich verzaubern lassen, wenn die untergehende Sonne die Farben der 400 Jahre alten Fassaden aufglühen lässt.